Ein Filmstar und viele alte Schätzchen
Bild: Kinder
„Vorne links saß John-Boy“: Einer der Hingucker des Treffens war der „Ford Pickup“ aus dem Jahr 1929. Stolz starren sich die Mitorganisatoren (v.l.) Tobias Kamin, Martin Lückenotto und Heribert Kleineniggenkemper um das „Waltons“-Gefährt.
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„Wenn dann doch einmal ein Fahrzeug aus dem Jahr 1976 dazwischen steht, drücken wir gerne ein Auge zu“, erklärte Martin Lückenotto vom Organisationsteam mit einem Augenzwinkern. Ein wahrer Filmstar stand in den Reihen der Oldtimer-Autos: Ein „Ford A Pickup Roadster“ aus dem Jahr 1929 diente schon den „Waltons“ in der gleichnamigen Fernsehserie als treues Gefährt. Das Original-Fahrzeug mit 40 PS ist nun bei einem Besitzer im Kreis Gütersloh zu Hause, wo es regelmäßige Ausfahrten erlebt und liebevoll gehegt und gepflegt wird. „Jedes Fahrzeug hat seine eigene Geschichte“, berichtete Mitorganisator Martin Lückenotto. Er selbst nennt eine „Damen-Miele“ aus dem Jahr 1935 sein Eigen. Das Motorrad diente in vergangenen Zeiten als „Hebammenfahrzeug“ und trägt auch heute noch eine typische Ledertasche, in der die Geburtshelferinnen damals ihre Utensilien transportierten.

„Jeder mag auch etwas anderes“

„Jeder mag auch etwas anderes“, führte Lückenotto fort und verdeutlichte damit die Vielzahl unterschiedlicher Marken und Fahrzeugtypen, die bei der Ausstellungspremiere in Langenberg zur Schau gestellt wurden. Dort standen beispielsweise eine Isetta aus dem Jahr 1961 neben einem gleichaltrigen „T1-Bulli“. Aber auch ein weißer Mercedes vom Typ 300d aus dem Jahr 1958 war zu begutachten. Auch 200 zweirädrige Motorräder und Mopeds ließen an diesem Tag Chrom und Blech funkeln. Befestigt auf einem Anhänger waren laut der Organisatoren zwei besonders „wertvolle Exponate“, die nach wie vor fahrbereit seien: eine „502 Sport“ des Herstellers NSU aus dem Jahr 1924 und eine im Jahr 1930 gebaute „Ganna Supersport“. Zwischen den vielen Liebhaberstücken stellte die Reparatur eines Bowdenzugs für die Hobbybastler Dr. Dieter Heimann und Theodor Zimmermeier kein Problem dar. Mit wenigen Handgriffen war die „Miele H3“ aus dem Jahr 1936 in Ordnung gebracht, und dem Rückweg nach Wiedenbrück stand nichts mehr im Weg. Nicht zuletzt dank des guten Wetters waren die Oldtimerfreude mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden. 2000 Besucher zählte die Ausstellungspremiere in Langenberg „Wir freuen uns darüber, dass das Treffen so gut angenommen wurde“, sagte Martin Lückenotto.

Mitfahrer gesucht

Auch die kleinsten Besucher hatten trotz noch fehlenden Führerscheins ihren Spaß. Ein Oldtimer-Spielzeug der Marke Opel aus den 60er Jahren ließ die Augen der Kinder wie die der Eineinhalbjährigen Enya leuchten. Nur schwer konnte sie sich von dem pedalbetriebenen Kinderfahrzeug trennen. „Ich bin sprachlos, was die Organisatoren hier aufgebaut und geplant haben“, lobte Hans Zeidler. Der 89-Jährige war der vermutlich älteste Teilnehmer des Treffens, der selbst mit einem zweirädrigen „Pättkenschnüwer“ aus dem nahen Wiedenbrück angereist war. Seine „NSU Fox“ stammt aus dem Jahr 1950 und bringe ihn mit ihren 6 PS immer an sein Ziel. „Die Leidenschaft für Oldtimer ist wie eine Sucht“, beschrieb Tobias Kamin von den Oldtimerfreuden Langenberg, „es fängt mit einer Maschine an, aber es werden dann auch schnell zwei oder drei.“ – „So wie bei uns!“, warf seine Tochter Zoe (9) ein. Seit einigen Jahren treffen sich die Langenberger Oldtimer-Besitzer unter anderem zu regelmäßigen Ausfahrten mit ihren Motorädern. „Gastfahrer sind uns jederzeit willkommen“, hielt Tobias Kamin fest.

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