Ein Kirchenschweizer für St. Antonius
Bild: Nienaber
Die Stimmung war wieder großartig beim Frauenkarneval in der "Antoniusglocke" in Benteler.
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Dem Motto „Wir bringen alle(s) in Schwung“ haben die Benteleranerinnen dabei alle Ehre gemacht. Und wie es sich für einen Frauenkarneval gehört, haben die auch Männer wieder ihr Fett abbekommen. Neues gab es auch zu erfahren. Denn wer hätte  gedacht, dass die Gemeinde wieder einen Kirchenschweizer bekommt? Vorgestellt hat sich der Aufseher und Auf-die-Finger-Klopfer in St. Antonius auch schon. Jupp heißt er, kommt aus Paderborn und hat sich vorgenommen, die Gemeinde wieder auf Vordermann zu bringen. Eine Strategie hat Jupp alias Pastor Jörg Schlummer dafür auch schon: „Jetzt ist Schluss mit Unanständigkeiten und ungesitteter Ausdrucksweise“, warnte der Kirchenschweizer. Und so werde in der Kirche demnächst wieder nach Geschlechtern getrennt. „Der Niedergang der Kirchen fing schließlich mit dem gemischten Sitzen an.“

Textaussetzer werden mit Applaus belohnt

Zur ersten Sitzung der Frauengemeinschaften durfte es aber noch einmal unanständig werden. Wie bei der „Geschäftsreise“, ein Sketch, der die Spaßparade einleitete. Statt sich über Affäre und Zweitfamilie des Gattens aufzuregen, tröstet sich die Betrogene (Beate Holthaus) auf ihre ganz eigene Weise: Sie lacht sich kurzerhand selbst einen „Zweitmann“ an. Auch die „Bezirkshebammen von Nowosigursk“ (Annette Millentrup und Sabine Sigge-Ortkrass) brachten das Publikum mit ihren Ausführungen über die aussterbenden Deutschen und die rauen Sitten des russischen Hebammenalltags an der Seite von Dr. Schiwago zum lachen. Dabei gingen die beiden Benteleranerinnen in ihren Rollen so auf, dass selbst Textaussetzer mit Applaus belohnt wurden.

Derber Humor

Dass derber Humor zu Karneval gehört wie Pappnase und Kostüm, das wurde beim Auftritt von Sülan und Aische (Helga Niehüser und Bärbel Paulus) deutlich. Die beiden Krammarktbesucherinnen hatten nämlich das eine oder andere Verständigungsproblem, und so schlug die eine der anderen vor, für den Ehemann statt Teppich oder Hemd ein neues Gehänge zu besorgen. Dass damit lediglich ein schmuckes Holzmobile gemeint war, kam vor lauter Gelächter im Saal des Pfarrheims bei vielen gar nicht mehr an – was der Stimmung aber keinen Abbruch tat.

Lachmuskeln werden strapaziert

Bei der Zusammenstellung des Programms, das an allen drei Abenden bei insgesamt 300 Frauen und nur ganz wenigen Männern (Moderatorin Annette Vogt: „Ganz ohne sie geht es dann doch nicht“) die Lachmuskeln strapazieren soll, haben die 19 Frauen der Karnevalsspielschar ein glückliches Händchen bewiesen. Denn mal ganz davon abgesehen, dass der zeitliche Rahmen äußerst großzügig abgesteckt wurde – am Ende wurden aus den drei Stunden rund fünf! – war es vor allem das sich wie ein roter Faden durch das Programm ziehende Motto, das für Kurzweil sorgte. „Ob alt, ob jung, wir bringen alle(s) in Schwung“ ließen beispielsweise „Schneewittchen und die vier Zwerge“ bei einem Schlager-Märchen der etwas anderen Art spüren. Mehr als nur den Fuß mitwippen lassen wollten die Närrinnen beim grandiosen Schwarzlichttheater „Flamingos“. Das berüchtigte „Saturday Night Fever“ ließ grüßen.

Furioses Finale

Nicht weniger schwungvoll und damit zurecht als einer der Höhepunkte des Abends angekündigt, war der Auftritt der „Old Ladys“. Auf die rüstigen Rentnerinnen mit ihren Rollatoren wirkte die Musik, die „DJane“ Beate Petertonkoker durch die „Antoniusglocke“ schallen ließ, wie ein Jungbrunnen. Toppen konnte dies nur noch das furiose Finale. Dabei hatte erstmals an diesem Abend auch das „schwache Geschlecht“ (weil es sich gegen die manchmal bitterbösen Anschuldigungen der Frauen nicht wehren konnte) seinen Platz im Scheinwerferlicht. Alles sei an dieser Stelle noch nicht verraten, nur so viel: Wer herausfinden möchte, von wem Hausfrauen träumen, dem sei die Abschlussveranstaltung am heutigen Freitag ab 19.11 Uhr ans Herz gelegt. Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

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