Ein Koloss gemacht für die Ewigkeit
Bild: Inderlied
Im Kreisverkehr an der Hauptstraße nahe des Hotels Otterpohl ist am Samstag eine Stahlskulptur positioniert worden.
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Langsam hievt der Teleskopkran der Firma Peterburs die 8,20 Meter lange und sieben Meter hohe Konstruktion aus speziell miteinander verschmolzenem Schienen in die Höhe. Knapp sechs Tonnen wiegt die Stahlskulptur, die jetzt ihren Platz auf dem Kreisverkehr am Knotenpunkt der Haupt-, Rietberger, Wiedenbrücker und Lippstädter Straße finden soll. Kranführer Max Menze dreht vorsichtig den Teleskoparm und schwenkt das tonnenschwere Kunstwerk in die richtige Position. „Noch ein Stück“, ruft Uwe Engelnkemper, Richtmeister bei der Stahlfirma Baumhus und an diesem Samstagmorgen für die Montage verantwortlich, und weist mit Handzeichen den Weg.

Fünf Augenpaare schauen ganz genau hin, als die die Stahlskulptur endlich auf ihrem Platz angekommen ist. „Das passt nicht“, murmelt Johannes Wieck, seit 48 Jahren auf Baustellen unterwegs. Ein Blick auf die Wasserwaage bestätigt den Verdacht: Der Untergrund ist an den äußeren Stellen nicht ebenerdig abgetragen worden. Doch in Langenberg wird an diesem Samstagmorgen nicht lange lamentiert, sondern anpackt.

Also schnappt sich auch Initiator Robert Praest eine Schaufel und hilft dabei, den Boden gerade zu machen. Für den 71-Jährigen ist ein Projekt wahrgeworden, mit dessen Planungen er bereits 2015 begonnen hat. „Erst mussten die Arbeiten an der Hauptstraße abgeschlossen sein“, erklärt Praest. „Das hat natürlich für eine Verzögerung gesorgt.“ Schnell fand der pensionierte Versicherungskaufmann in Heinrich Baumhus und dem Architekten Peter Hämel Mitstreiter für sein Vorhaben. Gemeinsam sprachen sie Sponsoren und Unterstützer an – und überzeugten insgesamt 33 Gönnern für das 30 000 Euro teure Projekt, das der Gemeinde keinen Cent kostet. „So kann es stehen bleiben“, urteilt Robert Praest nach einem kritischen Blick.

Wer künftig in den Ort hineinfährt, wird noch lange sich an dem Anblick erfreuen können. Denn die verwendeten Schienen wurden im Jahr 1926 verbaut, wie die Gravuren belegen. „Die gehen nicht kaputt“, sagt Praest. „Die stehen noch die nächsten 100 Jahre.“ Davon war auch ein stehengebliebener Passant überzeugt, der die Arbeiten verfolgte: „Immerhin kann den Stahl keiner mit sich schlören. Da beißen sich die Diebe die Zähne dran aus.“

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