Einsatz am tropfenden Wasserhahn
Bild: Nienaber
Rühren die Werbetrommel für das personell neu aufgestellte Angebot: (v. l.) Thomas Krüger (Awo), Wichtel Ulrich Pischke, Rolf Fortenbacher (Seniorenbeirat) und Wichtel-Koordinator Hans Praest.  
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Der Wasserhahn tropft, die Rollläden klemmen oder die Senderreihenfolge am TV passt nicht mehr? Wenn bei Hans Praest das Telefon klingelt, kann es gut sein, dass der Anrufende in einer misslichen Lage ist, die mit wenig Aufwand beendet werden kann. Der Langenberger ist seit Neuestem so etwas wie die „Wichtel-Hotline“ der Gemeinde. Bei ihm laufen die Anfragen ein, die zumeist von älteren oder körperlich eingeschränkten Mitmenschen kommen, die handwerkliche Hilfestellung benötigen.

Erste Tipps gibt Praest bereits per Ferndiagnose. Ansonsten beschränkt sich sein Tun darauf, das Problem möglichst genau zu analysieren, damit Wichtel Nummer zwei im Langenberger Team passgenaue Instruktionen bekommen kann, wo der Schuh drückt. Nummer zwei ist Tischlermeister Ulrich Pischke. Auch er ist noch frisch dabei in der Kooperation zwischen Awo und Seniorenbeirat. Der 51-jährige Selbstständige wird handwerklich so schnell nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt.

Die typischen Dienste, zu denen die Ehrenamtler angefordert werden, gehen ihm leicht von der Hand. Dementsprechend habe er auch nicht lange zögern müssen, wie er sagt, als er vom Beiratsvorsitzenden Rolf Fortenbacher angesprochen wurde, ob er sich ein Wichteldasein vorstellen könne. Einzige Vorgabe, an die sich Ulrich Pischke zu halten hat als „Retter in der Not“: Es sollen keine Arbeiten verrichtet werden, mit denen besser heimische Betriebe beauftragt werden. „Es geht um Handwerksdienste, für die kein Unternehmen ausrücken würde“, sagt der Ehrenamtler.

An Bedarf mangelt es auch in der beschaulichen Gemeinde Langenberg nicht. Fast ein Viertel der Bürger sei über 60 Jahre alt. Und insbesondere diese Menschen täten sich manchmal schwer in Technik- oder Handwerksfragen, sagt Rolf Fortenbacher. Von daher sei es nur folgerichtig, dass der Seniorenbeirat seinerzeit die Patenschaft für das Wichtelprojekt der Awo übernommen habe und die Organisation vor Ort tätige.

Die Wichtel der Arbeiterwohlfahrt übernehmen leichte handwerkliche Arbeiten, die in der Regel kein Handwerksbetrieb ausführt. Hans Praest, Maurer und Brandschutzbeauftragter im Ruhestand, koordiniert für den Seniorenbeirat Langenberg die Anfragen. Er ist unter 05248/7613 zu erreichen. Weiterführende Fragen beantwortet Thomas Krüger von der Wohnberatung der Awo in Gütersloh, 05241/903517. Ulrich Pischke führt die Arbeiten vor Ort aus. Pro Einsatz wird eine Aufwandspauschale von zehn Euro erhoben. Ein möglicher Kostenerlass liegt im Ermessen des jeweiligen Wichtels. Anfallende Materialkosten trägt der Kunde.

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