Elternpraktikum statt Girls‘ Day
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Vorbehalte und Hemmschwellen gegenüber typisch männlichen Berufen abbauen – das ist ein Ziel des Girls Days, der heute bundesweit stattfindet. Allerdings nicht in Langenberg. Dort gibt es mit dem Berufserkundungstag an der Konrad-Adenauer-Schule bereits einen ähnlichen Aktionstag.
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„Und es geht sogar noch darüber hinaus“, sagt Erika Veith Walter, Sozialpädagogin und Übergangscoach an der KAS.

„Angefangen hat alles vor knapp zehn Jahren mit der Idee zu einem Väter-Praktikum für Schülerinnen“, berichtet die Expertin.  Der Girls’ Day, so wie er bundesweit durchgeführt wird, wird von den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen organisiert. Das war in Langenberg nicht möglich. Also schufen Erika Veith-Walter und Anette Drescher, Schulleiterin der KAS, eine Alternative. „Die Eltern waren begeistert, merkten aber an, dass die Jungen zu kurz kämen. So haben wir das Elternpraktikum ins Leben gerufen“, sagt die Sozialpädagogin.

Vier Tage lang erleben, was die Eltern arbeiten

In der achten Klasse gehen die Schüler für vier Tage mit Mutter, Vater oder einem nahen Verwandten zur Arbeit. „So lernen die Jugendlichen nicht nur einen Arbeitstag sondern auch ihre Eltern im Berufsleben kennen. Auch die Eltern bekommen eine neue Sichtweise auf ihren Nachwuchs“, sagt Erika Veith-Walter. Die Mädchen und Jungen sehen, was ihre Eltern tun und wie sie es tun. „Die Eltern haben einen starken Einfluss auf die Berufswahl ihrer Kinder und wie der Nachwuchs sich im Arbeitsleben verhält“, erklärt die Expertin. Wenn Vater oder Mutter sich schnell krank meldeten, dann würden der Sohn oder die Tochter das wahrscheinlich auch machen.

Zahlreiche Praktika erleichtern Berufsfindung

Außer dem Elternpraktikum gibt es an der KAB noch den Betriebetag in der achten Klasse. Im ersten Halbjahr der neunten Klasse findet ein erstes 14-tägiges Betriebspraktikum statt. Im zweiten Halbjahr machen die Schüler der KAB erneut für zwei Wochen einen Ausflug in die Berufswelt. „Allerdings muss das zweite Praktikum in einem anderen Betrieb und Beruf sein“, erklärt Erika Veith-Walter. Im ersten Halbjahr der zehnten Klasse absolvieren die Jugendlichen ein drittes zweiwöchiges Praktikum, möglichst in einem Betrieb, bei dem sie sich dann auch für eine Ausbildung bewerben möchten.

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