Erster Austausch macht Lust auf mehr
Bild: Kriegel
Eingeschworene Truppe: Nach einem kurzen Kennenlernen herrschte ein familiäres Flair im Camp im lettischen Koceni. Das Bild zeigt die Jugendlichen aus beiden Gemeinden zusammen mit Anna-Lena Friebe (Awo Jugendwerk) im Rahmen eines Ausflugs in eine Sandsteinschlucht.
Bild: Kriegel

Demnach darf die Premiere durchaus als geglückt beschrieben werden. Wieder zuhause, steckt den Reisenden noch immer das Abenteuer in den Knochen. Kein Wunder, hatten sich die Organisatoren des Jugendwerks der Arbeiterwohlfahrt, allen voran Anna-Lena Friebe, und des Ortsverbands um Markus Kriegel mächtig ins Zeug gelegt, um ein ebenso abwechslungsreiches wie umfangreiches Programm auf die Beine zu stellen.

„Es hätte besser nicht laufen können“

Mitunter sogar etwas zu viel des Guten hatten sich die drei Teamer vorgenommen, sodass manch Workshop-Angebot vor Ort gestrichen werden musste. Dass der Jugendaustausch der erhoffte Erfolg werden würde, stand bis zuletzt auf der Kippe. Wenige Wochen vor Abreise der Langenberger hatte sich der Ansprechpartner in Koceni aus dem Amt verabschiedet. Die lettische Delegation setzte aber alle Hebel in Bewegung, um adäquaten Ersatz zu organisieren – der letztlich auch gefunden wurde.

„Es hätte besser nicht laufen können. Was man uns an Gastfreundschaft und Interesse entgegengebracht hat, lässt sich kaum in Worte fassen“, erläutert Markus Kriegel. Standen die ersten Tage noch im Zeichen des Kennenlernens, wehte spätestens am dritten Tag ein familiärer und freundschaftlicher Wind durchs Camp, das in einem idyllisch am See gelegenen Internat sowohl die Langenberger als auch die Jugendlichen aus Koceni beheimatete. Spiele und Begrüßungsrunden hatten dazu beigetragen, dass Vorurteile abgebaut und das Eis unter den Jugendlichen gebrochen wurde.

Tage vergehen wie im Flug

„Danach war nicht mehr zu erkennen, dass es sich um zwei Gruppen verschiedener Nationalitäten handelte“, erinnert sich Anna-Lena Friebe. Die Tage seien dementsprechend wie im Flug vergangenen, bestätigen Mareen (16), Kevin (16) und Bastian (13), die am Austausch teilgenommen haben. Dazu beigetragen hätten nicht nur die Ausflüge unter anderem nach Riga zum Parlament des kleinen Staats, nach Valmiera, zu einer Sandsteinschlucht sowie Treffen mit Pfadfindern und Kunst- sowie Kulturschaffenden, sondern auch das Freizeitprogramm mit Stand-Up-Paddeling und Flurball. Manch einem fiel der Abschied daher schwer und er wollte noch ein paar Extratage hinten anhängen.

Geplant ist, den Jugendaustausch fortan im jährlichen Wechsel in Langenberg und Koceni durchzuführen. „Die Freunde in Lettland haben die Latte äußerst hoch gelegt“, zieht Markus Kriegel vom Awo-Ortsverband Langenberg Bilanz. Dementsprechend wolle man sich im kommenden Jahr in Langenberg ebenso als gute Gastgeber präsentieren. Bereits in den kommenden Wochen sollen die Planungen für den Austausch 2020 anlaufen.

„Wir sehen die Gemeinde und insbesondere die Politik in der Pflicht“

Das Programm wird vom Orgateam gemeinsam mit den Premierenteilnehmern ausgearbeitet. Kopfzerbrechen bereitet den Verantwortlichen schon jetzt die Unterkunftsfrage. Noch ist nicht geklärt, in welchen Räumen das Camp über die Bühne kann. Aus terminlichen Gründen stünden beispielsweise die Schulen vermutlich nicht zur Verfügung, betont Kriegel. „Wir sehen daher die Gemeinde und insbesondere die Politik in der Pflicht, uns in unserem Vorhaben zu unterstützen.“

Aber auch auf die Hilfe von Privatpersonen und Unternehmen hoffen die Organisatoren. Man sei um jeden Tipp dankbar, wie man dem Austausch in Langenberg ein adäquates Zuhause bieten könne, betont Anna-Lena Friebe vom Awo-Jugendwerk in Ostwestfalen-Lippe.

SOCIAL BOOKMARKS