Es tut sich wenig bei den Denkmälern
Bild: Nienaber
Drei auf einen Streich: Rund um den Kirchplatz von St. Lambertus ist die Denkmaldichte besonders hoch. Das Bild zeigt den Wirtschaftsteil des Hauses Pastors Kamp 1, das Café „Zur Linde“ sowie das Sockelgemäuer der Pfarrkirche. Alle drei Objekte stehen unter Schutz.
Bild: Nienaber

Dennoch verfügt aber auch die Gemeinde über eine entsprechende Denkmalliste. 30 verschiedene Objekte sind der Datensammlung für die kleine Kommune im Südzipfel des Kreises Gütersloh zu entnehmen. Längst nicht alle davon sind jedoch Gebäude. An Hof- und Kötter- und Gutshäusern samt Ställen und Nebengebäuden sind es lediglich 15 an der Zahl, denen eine schützenswerte Bedeutung zugesprochen wird. Hinzu kommen die beiden katholischen Kirchen. Ein großer Teil der eingetragenen Denkmäler sind Bildstöcke, Hofkreuze und Grenzsteine. Naturdenkmäler gibt es laut der Liste (Stand 2011) in Langenberg keine.

Ratsherr übt Kritik

Seit 1980 liegt es nicht zuletzt in den Händen der Kommune, Denkmalschutz und -pflege wahrzunehmen beziehungsweise zu regeln. Seitdem hat sich zwischen Forthbach und Glenne in dieser Hinsicht jedoch wenig getan. Zu wenig, wie Ratsherr Edgar Klose findet. Es sei längst einmal wieder an der Zeit, die Denkmalliste der Gemeinde zu überprüfen und gegebenenfalls auch zu erweitern. Langenberg sei sicher kein derart historisch geprägter Ort wie die beiden Nachbarstädte an der Ems. Jedoch, so ist er sich sicher, gebe es im Außenbereich der Gemeinde das eine oder andere Objekt, das einen schützenswerten Charakter besitzt und das prägend für den ländlichen Raum sei, unterstreicht Klose im Gespräch mit der „Glocke“.

Blick auf regionale Strahlkraft

Er habe im Rahmen der Haushaltsdebatte nicht deswegen dazu angeregt, die Denkmalliste zu überprüfen, um kurzfristig Profit für die Gemeinde herauszuschlagen, frei nach dem Motto: Wer hat die längste Liste? Ihm gehe es vor allem darum, Substanz zu erhalten, die mit Blick auf ihre regionale Strahlkraft erhaltenswert sei. Grünen-Ratsherr Edgar Klose regt an, sich dem Thema in Zusammenarbeit mit den hiesigen Heimatvereinen zu nähern, die einen genaueren Überblick über die in Frage kommenden Gebäude und gegebenfalls auch über die natürlichen Objekte hätten. Zu Letzteren würden etwa markante Bäume zählen, die aufgrund ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit eine besondere Stellung erhielten.

Hintergrund

Die Denkmalbehörden sind in Nordrhein-Westfalen seit 1980 dreistufig gegliedert. An der Spitze steht das Landesministerium für Wirtschaft und Bauen. Als Obere Denkmalbehörde fungieren Kreis und Bezirksregierung. Sie werden von Pflegeämtern fachlich beraten. In Westfalen ist dieses Amt dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster zugeordnet. Die Untere Denkmalbehörde ist kommunal organisiert. Sie ist in erster Linie für Schutz und Pflege der Objekte zuständig.

Eigentümer für Erhalt verantwortlich

Den Status eines Denkmals erhält das Gebäude oder ein prägnantes Landschaftsmerkmal durch Eintragung in die Liste der Kommune. Diese erfolgt nach politischer Beratung im Bauausschuss durch die örtliche Verwaltung im Einvernehmen mit dem Pflegeamt. Sie kann von Amtswegen her oder auf Veranlassung durch den Eigentümer erfolgen. Liegen die gesetzlichen Voraussetzungen vor, muss ein Denkmal unter Schutz gestellt werden, unabhängig davon, ob der Eigentümer damit einverstanden ist. Für den Erhalt und die Pflege ist der Eigentümer verantwortlich. Die Gemeinde gewährt jedoch Zuschüsse zur Durchführung denkmalpflegerischer Maßnahmen, an denen laut Satzung ein öffentliches Interesse besteht.

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