Es wird schon wieder eng im Schulzentrum
Bild: Nienaber
Der Gebäudeteil, in dem heute noch der Awo-Kindergarten „Abenteuerland“ untergebracht ist, wird demnächst umgebaut und wieder dem Schulzentrum angegliedert.  
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Bereits zweimal musste die Schule wider Erwarten Ausnahmen für eine Mehrklasse beantragen. Und auch für 2015 zeichnet sich ein Ansturm auf das Haus ab. Doch das birgt Konsequenzen. Allein in Langenberg und Benteler werden nächsten Sommer 111 Jungen und Mädchen die Grundschule hinter sich lassen und in die Sekundarstufe I wechseln wollen. Wie viele davon sich an der Gemeinschaftsschule anmelden werden, steht natürlich in den Sternen. Legt man allerdings die Quoten der vergangenen Jahre zugrunde, dürfte sich die Zahl bei 65 bis 75 Jugendlichen bewegen. Hinzu kämen wohl wieder wie in den vergangenen Jahren 20 bis 30 Anmeldungen aus Nachbarkommunen.

Um einer solch großen Nachfrage gerecht zu werden und keinem Spross eine Absage erteilen zu müssen, bliebe allerdings nur der Ausweg, eine erneute Vierzügigkeit (maximal 100 Schüler) zu beantragen. Aber: „Es wird schon wieder eng. Bis zur letzten Kammer sind alle Räume in Benutzung“, erläuterte Schulleiterin Anette Drescher im Rahmen der jüngsten Schulausschusssitzung am Mittwochabend. Etwas Luft nach oben und die benötigten Flächen, die aufgrund der insgesamt drei Klassen im Gebäude über Plan (zwei Gemeinschaftsschule, eine Verbundschule) schon jetzt angespannte Situation etwas zu entzerren, bringen die „zurückeroberten“ Räume des Awo-Kindergartens. Weil dieser auf Haselkamps Wiese neu baut, stehen der Gemeinschaftsschule demnächst an der Bentelerstraße zwei zusätzliche Klassen- sowie mehrere Besprechungs- und Sozialräume zur Verfügung.

Voraussichtlich rund 60 000 Euro werden die benötigten Umbaumaßnahmen in dem Gebäudekomplex, der bisher das „Abenteuerland“ beheimatet, kosten. Diese sind bereits seitens der Rats beschlossen worden. Geplant ist unter anderem eine neue Brandschutztür, die den Sozialbereich vom eigentlich Unterrichtstrakt trennen soll. „Aber wir haben weiteren Raumbedarf“, unterstrich Anette Drescher. Und auch Bürgermeisterin Susanne Mittag blies in dieses Horn. „Eine erneute Vierzügigkeit im kommenden Schuljahr ist ohne weitere Umbaumaßnahmen nicht möglich. Dieser Tatsache müssen wir uns leider stellen.“

 Nach den umfangreichen Neu- und Umbaumaßnahmen am Schulzentrum in den vergangenen Jahren erneut hohe Summen zu investieren – zum Beispiel für einen Umbau vorhandener Räume in der Mehrzweckhalle zu Unterrichtsräumen – wird seitens der Politik skeptisch gesehen. Zumal eine Notwendigkeit dafür vor allem nur dann bestünde, wenn in den kommenden Schuljahren weiterhin Mehrklassen beantragt würden, nur um keinem Kind eine Absage erteilen zu müssen. „Wir können nicht endlos Schüler aufnehmen, wenn es zulasten der Konzeptumsetzung geht“, betonte UWG-Fraktionsvorsitzender Dr. Thomas Wöhning. Ähnlich argumentierte die CDU-Fraktion. Die Schule habe sich mit ihrem Konzept einen guten Ruf erarbeitet, der keinen Schaden nehmen dürfe, etwa durch eine unzumutbare Raumsituation. „Eine weitere Aufstockung wäre daher bedenklich“, sagte Burkhard Grewing.

CDU-Fraktionschefin Monika Düsing sprach sich ebenfalls für eine Beibehaltung der von der Bezirksregierung genehmigten drei Klassen pro Stufe aus. Sie glaube mit Blick auf die letzten Übergangszahlen vom Grundschulverbund Langenberg auf die Gemeinschaftsschule nicht daran, dass bei einer Dreizügigkeit auch in der Gemeinde heimische Kinder von einer möglichen Absage betroffen wären. „Und der gute Ruf der Schule geht nicht sofort flöten, wenn mal keine Kinder von außerhalb aufgenommen werden können“, sagte Monika Düsing. Zusätzliche hohe Investitionen seien der Gemeinde derzeit nicht zumutbar. Ähnlicher Meinung war Lukas Micke (SPD). Wenn Absagen an Schüler aus den Nachbarkommunen erteilt werden müssten, sei das „nicht so schlimm und kein Weltuntergang“.

„Ich sehe keine erneute Vierzügigkeit für die Gemeinschaftsschule“, sagte die Bündnisgrüne Karin Schumacher. Wenn eine Schule gut sein wolle, benötige sie dazu ausreichend Räume. Und die stünden voraussichtlich ohne teure Baumaßnahmen nicht zur Verfügung. Beschlossen wurde in der Schulausschusssitzung noch nichts. Zur nächsten Zusammenkunft des Gremiums im November möchte die Verwaltung eine überarbeitete Raumplanung für das Schulzentrum samt Kostenschätzung präsentieren. Erst danach soll seitens der Politik über eine Bereitschaft zur Beantragung einer Mehrklasse entschieden werden.

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