Ferienkinder beim Goldschmied
Bild: Heft
Kinder aus der Schmeddingschule in Benteler besuchten Goldschmied Christian Heinze in Wiedenbrück.
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Seine jungen Zuschauer aus der Schmeddingschule in Benteler sind mit Betreuerin Sonja Entrup und Lehrerin Tanja Knüwer zu dem Wiedenbrücker Goldschmiedemeister gekommen, um dessen Handwerk aus erster Hand zu erleben.

Vor den Augen der Erst- bis Drittklässler, die im Rahmen der Ferienbetreuung der offenen Ganztagsschule (OGS) den Weg in die Emsstadt fanden, entsteht Schritt für Schritt ein glänzender Fingerring. Vom Walzen des noch deformierten Silberstücks, über das Löten der Enden bis zum Feilen der scharfen Kanten: Die Blicke der Jungen und Mädchen kleben förmlich auf den Händen von Christian Heinze, der zu jedem Handgriff interessante Hinweise zu geben weiß.

„Wer will mal an der Presse kurbeln?“ Alle Hände recken sich schlagartig in die Höhe. Jetzt dürfen die Jungen und Mädchen sogar selbst kräftig mit zupacken. Und es kostet ganz schön viel Anstrengung, die eisernen Rollen gegeneinander rotieren zu lassen. Da hängt der ein oder andere sogar mit seinem ganzen Gewicht an der Kurbel, um diese zu bewegen. Derweil verflacht das Edelmetall zusehends, so dass die endgültige Form bereits zu erahnen ist.

Nun kommen erst Säge und Feile zum Einsatz, bevor außer Fingerspitzengefühl auch eine gute Portion Kraft gefragt ist, wenn es gilt, den Silberstreifen mit einer Zange leidlich rund zu biegen. Um den Ring zu schließen, lötet Heinze im Anschluss die Enden mit einem Brenner. Durch einen kleinen Kunststoffschlauch bläst er dabei stetig Luft in das entzündete Gasgemisch, um die Flamme auf eine ausreichend hohe Temperatur zu bringen.

Langsam aber sicher geht es jetzt an die letzten Feinarbeiten. „Noch ist es kein fertiger Ring, oder?“ Christian Heinze hält den Schülern den verformten Rohling vor die Nase. Er schnappt sich einen Hammer und zieht das unfertige Metall über einen eisernen Dorn. Mit schnellen, kurzen Schlägen klopft der Goldschmied den Ring rund. Ein letztes Mal legt er anschließend die Feile an, um den Ring angenehm tragbar zu machen, da die Innenfläche noch rau und scharfkantig ist.

Die Kinder kommen aus dem Staunen kaum heraus, und als die Stunde zur Abfahrt schlägt, bedanken sie sich überschwänglich bei Christian Heinze, der sich über das Interesse sichtlich freut.

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