Fledermäuse durchkreuzen Sanierungspläne
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Artenschutz geht vor: Weil die Brücke an der Wiedenbrücker Straße Fledermäusen als Sommerquartier dienen könnte, wird die Sanierung des Bauwerks um ein halbes Jahr auf September verschoben.  
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Nun ist Eile geboten, das abgängige Gewölbe-Schmuckstück für die Zukunft zu wappnen. Zwar ist die Benutzung des maroden Bauwerks (noch) ungefährlich, dennoch besteht dringender Handlungsbedarf: Mit jedem Hochwasser nehmen die Flügelwände der Brücke Schaden. Maulprofile aus Wellstahl, die als stützendes Korsett eingeschoben werden, sollen die Brücke fit für die nächsten 100 Jahre machen. Darauf hatten sich die Mitglieder des Gemeinderats bereits im Juni verständigt. Im Frühjahr sollte ursprünglich Baubeginn sein. Dieser Termin war seitens der Verwaltung favorisiert worden, weil die Arbeiten dann in den regenarmen Sommermonaten hätten über die Bühne gehen können. Den Plänen der Rathausmannschaft haben nun aber womöglich kleine tierische Bewohner der Forthbach-Uferregion einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Wie die untere Wasserbehörde des Kreises Gütersloh bei Instandsetzung von alten Gewölbebrücken grundsätzlich einfordert, muss das Bauwerk dahingehend überprüft werden, ob es als Sommerquartier für Fledermäuse genutzt wird oder nicht. Sollte dies der Fall sein – laut Wasserbehörde ist dies wahrscheinlich – kann die Baumaßnahme ausschließlich in der Zeit erfolgen, in der sich die nachtaktiven Flugakrobaten in ihren Winterquartieren befinden. Aber auch ohne ein nachgewiesenes Vorkommen der Tiere steht die von der Kommune getragene Maßnahme vor einer Verzögerung. Denn: „Eine Überprüfung, ob das Gewölbe Fledermäusen als Sommerquartier dient, kann nur dann erfolgen, wenn Fledermäuse in der Theorie dort ihr Sommerquartier bezogen haben könnten. Und das ist frühestens im April der Fall“, erläutert Kreis-Pressesprecherin Beate Balsliemke.

Aber auch wenn sich wider Erwarten ergeben sollte, dass die Brücke an der Wiedenbrücker Straße eine tierfreie Zone ist und sofort mit den Bauarbeiten begonnen werden könnte, wird der ursprüngliche Termin nicht zu halten sein. Die Baumaßnahme wird öffentlich ausgeschrieben, den infrage kommenden Unternehmen muss ein konkretes Zeitfenster ohne ein „nur für den Fall das“ genannt werden.

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