Freischnitt auf das Nötigste reduzieren
Bild: Nienaber
Vom Straßenrand bis zur Leitungsachse will die Thyssengas-GmbH die Trasse von Sträuchern und Bäumen befreien. Zusätzlich sollen auf der gesamten Länge der Hecke die dortigen Baumstandorte untersucht werden sowie nach kritisch und unkritisch bewertet werden.
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Der Kompromiss der Betreiberin der Hochdruckleitung sieht vor, den aus Sicherheitsgründen notwendigen Rückschnitt der Sträucher nicht auf einer Breite von 2,5 Metern links und rechts der Rohre, sondern „nur“ vom Straßenrand bis Leitungsachse durchzuführen. Zusätzlich sollen auf der gesamten Länge der Hecke die dortigen Baumstandorte untersucht werden, und zwar hinsichtlich der Art, des Stammdurchmessers und des Abstands zur Leitung.

„Das stinkt doch zum Himmel“

Im Anschluss solle dann eine Bewertung der Gewächse nach kritisch und unkritisch durchgeführt werden. „Bäume, die als kritisch eingestuft werden, müssen dann allerdings entfernt werden“, teilt Thyssengas mit. Das vermeintliche Zugehen auf die Kritiker der Maßnahme wird seitens der Lokalpolitik in Teilen mit Skepsis betrachtet. Insbesondere Ratsherr Edgar Klose (Bündnis 90/Die Grünen) befürchtet einen „faulen Kompromiss“, der mit Vorsicht zu genießen sei. Sauer stieß dem Bündnisgrünen auf, dass die Thyssengas GmbH die Bewertung der Bäume selbst vornehmen möchte und keine unabhängige Stelle eingebunden werden soll.

„Das stinkt doch zum Himmel“, wetterte Klose in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt. Ein Stück weit müsse man dem Unternehmen Vertrauen entgegenbringen, versuchte Fachbereichsleiter Dirk Vogt die Wogen zu glätten. Auch unterstrich er, dass es falsch sei, der Gesellschaft Umweltfrevel vorzuwerfen, schließlich sei das Unternehmen zum Freischnitt seiner Trasse verpflichtet.

Aus Unkenntnis heraus gehandelt

Der vorgeschlagene Kompromiss sei zudem äußerst kulant, „schließlich hätten die Sträucher und Bäume erst gar nicht dort wachsen dürfen“. Dass die Verwaltung derart vorsichtig das Wort führt, hängt vielleicht auch damit zusammen, dass man im Rathaus nicht ganz unschuldig an der eingefahrenen Situation ist.

„Aus Unkenntnis“ sei es zu der Bepflanzung auf gemeindlichem Grund entlang der Trasse gekommen, erläuterte die Verwaltung. Gleichwohl hätten im Rahmen einer regelmäßigen Unterhaltung der Leitung Sträucher und Bäume frühzeitig beseitigt werden können. Das sei über Jahrzehnte jedoch seitens der Thyssengas-GmbH und deren Vorgängern nicht passiert.

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