Friedenskirche entpuppt sich schnell als Heimat
Bild: Nienaber
Erinnerungen ausgetauscht: (v. l.) Herbert Lamke, Hans-Joachim Günther, Klara Hellweg, Rosemarie Heppner und Kerstin Pilz ließen jetzt 60 Jahre Kirchengeschichte Revue passieren.
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Es sei eine ehrenvolle Aufgabe gewesen, das prächtige und für jedermann sichtbare Symbol für den Turm des damals gerade erst errichteten Gotteshauses zu schaffen. „Ich war damals richtig stolz“, sagt Walter Jeschke. Und das kann er noch immer sein, denn das schwere verzinkte Eisenkreuz schmückt auch nach 60 Jahren noch immer die Friedenskirche an der Brinkstraße. Auch Hans-Joachim Günther kann sich noch gut an die Anfangszeiten der Kirche erinnern, obgleich er zu Zeiten des Aufbaus noch „ein kleiner Bub“ gewesen sei. Besonders die Erinnerungen an die so genannten Diasporawochen hätten sich bei ihm im Gedächtnis eingeprägt. „Da platzte die Kirche aus allen Nähten, sogar auf den Fensterbänken haben die Leute gesessen“, sagt der 70-Jährige, der 24 Jahre lang Presbyter in der evangelischen Gemeinde war.

Klara Hellweg und Rosemarie Heppner haben sich über Jahrzehnte in der Frauenhilfe und im Bastelkreis aktiv für ihr Gotteshaus eingesetzt. Und das ist wörtlich zu nehmen. Sämtliche Erlöse aus dem Verkauf von Gesticktem, Gestricktem und Co. seien in die Ausstattung der Friedenskirche geflossen, erläutert die 76-jährige Rosemarie Heppner. Überhaupt sei das Gemeindeleben immer auch von Eigeninitiative und Engagement geprägt gewesen. Dies war auch dringend nötig, wie die 77-jährige Klara Hellweg betont. Weder das Platzangebot noch die Ausstattung seien anfangs besonders großzügig gewesen: „Der Kirchenanbau war ein großer Einschnitt. Bis dahin war es alles nur Behelf.“ „Die Kirche war von Anfang an Heimat für uns“, blickt Herbert Lamke zurück auf die ersten Jahre der Langenberger Friedenskirche. Das Gemeindeleben habe sich in den ersten Jahren als nicht einfach herausgestellt. Als Vertriebene und Protestanten seien sie im katholischen Örtchen eine absolute Minderheit gewesen. Der gemeinsame Hintergrund habe die Gemeindemitglieder aber zusammengeschweißt.

Einen Zusammenhalt wie in der evangelischen Gemeinde in Langenberg habe sie bisher in keiner anderen Gemeinde erlebt, meint Pfarrerin Kerstin Pilz. Dass sie alle das selbe Schicksal teilen und in der Gemeinde eine neue Heimat gefunden und Wurzeln geschlagen haben, sei mit jedem Moment und jedem persönlichen Gespräch spürbar. Nun gelte es aber , nicht nur zurückzuschauen, sondern auch den Blick nach vorne zu richten und das innige Gefühl der Zugehörigkeit weiterzutragen. Kerstin Pilz, die nach Pastor Helmut Plate, Pfarrer Günter Arndt sowie dem Pfarrerehepaar Wiebke Heine und Christian Heine-Göttelmann derzeit Pfarrerin der Langenberger Friedenskirche ist, bietet sich schon bald Gelegenheit für eine gemeinsame Rückschau auf sechs Jahrzehnte Kirchengeschichte. Von Freitag, 29. Juni, bis Sonntag, 1. Juli, dreht sich beim Gemeindefest alles um den Geburtstag des Gotteshauses. Dann gibt es in und an der Kirche eine Fotoausstellung, Konzerte und jede Menge Aktionen für Groß und Klein. Zudem werden Konrad-Adenauer-Schüler das Rap-Musical „Mönsch Martin“ in der Mehrzweckhalle aufführen. Ein Abend der Begegnung sowie gemeinsame Gottesdienste runden das Fest ab.

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