Fünf Stunden bester Frauenkarneval
Bild: Wieneke
Hühnertreffen auf der närrischen Bühne in Benteler.
Bild: Wieneke

„Lieber Gott, was wär’n wir ohne Karneval?“, rief Annette Klockenbusch den Jecken zur Eröffnung der fünften Jahreszeit zu. Zündende Sketche, vielstimmiger Gesang und mitreißende Tänze brachte das närrische Team der Frauengemeinschaft mit betörender Gestik und Mimik auf die Bühne, während die beiden Discjockeys die muntere Schar der Blumenmädchen mit Karnevalshits am laufenden Band im Stimmungshoch hielten. Lachen und Schmunzeln aus vollem Herzen war angesagt, wenn „die besten Schauspielerinnen der 1970er aus dem Hippiedörfchen Benteler“ auf der Bühne agierten.

Listige Büroangestellte

Da verordnete eine urkomische Psychotherapeutin einem schrulligen Pärchen das dreimal tägliche Küssen in der Grundhaltung, während sich der örtliche Pastor und eine Nonne über das schlimme Leben im kleinen Benteler beklagten. Großen Beifall fand eine kecke Büroangestellte, die von ihrem strengen Chef mit List und Tücke eine spontane Urlaubswoche erhielt. Überraschungen auf Kosten des starken Geschlechts boten neben einem Besuch am Kiosk an der Ecke auch zwei singende Kosmetikerinnen, die als besonderen Pflegetipp „Schweinefett nach Omas Rezept“ anpriesen. Eine Augenweide stellte der schwungvolle Tanz der sechs „Dancing Divas“ dar. Nicht fehlen durften spontane Einlagen mit der neuen Putzfrau Sabine im Pfarrheim.

Patienten- statt Ärztemangel

Nach einer schöpferischen Pause für die bestens gelaunten Blumenmädchen ging es närrisch-heiter auf der Bühne weiter. Nachdem sich eine im prallen Leben stehende Dame über Tage beklagte, an denen nichts klappt, zeigte ein ärztlicher Chaot, wie er ruckzuck den Ärzte- in einen Patientenmangel verwandelt. Herzlich lachen durften die jecken Zuschauer über ein verliebtes Pärchen im Restaurant, drehte sich doch das gesamte Leben der feinen Damen um ihre Lieblingsspeise Lasagne.

Dick und Doof im Pfarrheim

Für die rockende und singende Annette Klockenbusch dagegen stand das Zigeunerschnitzel im Zentrum ihrer Hymne. Für die umjubelte Tanzdarbietung der beiden berühmten Figuren „Dick und Doof“ in ihrer unverkennbaren Art wurden Helga Niehüser und Heike Löwenberg frenetisch gefeiert. Ohne eine Zugabe durften auch vier „Wadersloher Mädchen“ nach ihrem Tanz zu Songs der 1960er- und 1970er-Jahre die Bühne nicht verlassen.

Armes Huhn und stolzer Hahn

Drei Hühner boten beim Benteleraner Frauenkarneval einen fulminanten Auftritt: Im Naturgarten von Bauer Leo Benteler trafen sich die französische Zuchthenne Irmi (Kerstin Borgstädt), das Naturhuhn Lissi (Claudia Popella) und das etwas behäbige Batteriezuchthuhn Resi (Johanna Dahlhoff) zum Plauderstündchen. Schwärmten Irmi und Lissi über ihre leidenschaftlichen und nun so sehr vermissten Erlebnisse mit einem stolzen Hahn, konnte das in ihren Augen „arme Huhn“ Resi nur über gelegte Eier reden. Ein toll inszeniertes Finale führte die närrischen Blumenmädchen zurück in die unvergessenen 60er- und 70er-Jahre: Auf der Bühne standen wie in Stein gemeißelt als damalige Stars die Gruppe Abba, Dick und Doof, die Rockröhre Tina Turner und Rocklegende Elvis Presley. Putzfrau Sabine befreite sie vom Staub der Zeit, und zur Freude des Publikums lebten die unvergesslichen Hits auf.

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