GML: Namensfindung nimmt kein Ende
Bild: Heinrich Schwarze-Blanke/HSB-Cartoon
Welcher Schriftzug in Zukunft am Gebäude der Gemeinschaftsschule Langenberg prangen wird, steht weiter in den Sternen. Vorerst bleibt es bei „Konrad-Adenauer-Schule“, was Monika Düsing (CDU) mehr freuen dürfte als Schulleiterin Anette Drescher. Die Schulkonferenz hatte zuvor mit großer Mehrheit für die Entfernung des alten Namens gestimmt und Rupert Neudeck als Patron ins Rennen geschickt. Bürgermeisterin Susanne Mittag warb nun für einen Kompromiss, der eine Vertagung des Themas vorsieht.  
Bild: Heinrich Schwarze-Blanke/HSB-Cartoon

Nach einem demokratischen Findungsprozesse hatte sich zuletzt die Schulkonferenz für den Namen Rupert-Neudeck-Schule ausgesprochen. Der zuständige Fachausschuss des Rats folgte dem Vorschlag, wenn auch mit einem durchaus knappen Votum. Das Gemeindeparlament sprach sich nun dennoch für eine Vertagung der Angelegenheit aus.

Ein derart emotionales Thema mit einer derartigen Tragweite, dass auch künftige Generationen von dieser Entscheidung betroffen sind, dürfe nicht übers Knie gebrochen werden und verdiene umfängliche Rückendeckung, erläuterte Bürgermeisterin Susanne Mittag in der Ratssitzung am Donnerstag. Nach aktuellem Stand sei dies nicht der Fall. Sowohl für den Vorschlag der Schulkonferenz, als auch für die Idee der CDU, der GML den Namen Konrad-Adenauer-Schule zu übertragen, gebe es Befürworter.

Einen Kompromiss formulierte Andrea Wachter (UWG). Sie beantragte, es beim Tragen des reinen Funktionsnamens so lange zu belassen, bis die derzeitige Modell- in eine Sekundarschule umgewandelt wird. Das ist in zwei Jahren der Fall. Bis dahin könne man mehr Einheit bei den Bürgervertretern herstellen. Zudem böte sich die Möglichkeit, weitere Vorschläge für eine Namensgebung der Lehreinrichtung zu sammeln, unterstrich Andrea Wachter. Es wäre nicht im Sinne Konrad Adenauers, auf eine Entscheidung zu pochen, für die es keine deutliche Mehrheit gebe, begründete Monika Düsing die formelle Rücknahme des CDU-Antrags. Stattdessen schließe man sich dem Vorschlag der UWG, der Sache die Zeit und den Raum zu geben, die sie verdient habe, einmütig an.

Kein Verständnis für das neuerliche Vertagen brachte Lukas Micke (SPD) auf. Der Schulausschuss habe sich für die Umbenennung in Rupert-Neudeck-Schule entschieden. Dass das Votum seinerzeit denkbar knapp mit nur einer Stimme Mehrheit ausgefallen war, ließ der Sozialdemokrat als Argument nicht gelten. „So läuft Demokratie nun einmal.“ Micke stimmte als einziges Ratsmitglied gegen den Kompromiss. Dieser sieht nun vor, dass die Einrichtung an der Bentelerstraße weiter ihren Funktionsnamen „Gemeinschaftsschule der Sekundarstufe I“ trägt, bis der Modellversuch 2019 ausläuft. So lange soll auch der – nach dem Auslaufen der früheren Haupt- und Verbundschule nicht mehr gültige – Schriftzug „Konrad-Adenauer-Schule“ über dem Eingang des Gebäudes bestehen bleiben.

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