Gedenkstein für Sternenkinderfeld
Bild: Wessel
An der angeschrägten, marmornen Säule sollen künftig Edelstahlschilder angebracht werden. Sie tragen die Namen der verstorbenen Babys. Klaudia Oesterdiek (l.) und Gudrun Siemund betreuen das Projekt.
Bild: Wessel

Klaudia Oesterdiek und Gudrun Siemund stehen auf dem Friedhof in Langenberg und blicken auf das Grabfeld, das die Gemeinde 2008 als Begräbnis- und Gedenkstätte für Fehl- und Totgeburten zur Verfügung gestellt hat. Kleine Engelsfiguren zieren die Fläche, ein rostrotes Metallschild mit der Aufschrift „Unvergessen“, ein Stein, auf dem das Wort „Liebe“ eingemeißelt ist. „Das alles sind Stücke, die Menschen hier ablegen“, sagt Klaudia Oesterdiek, die das Feld gemeinsam mit ihrer Schwester pflegt.

Änderung gilt rückwirkend

Rechts von der Gedenksäule steht seit wenigen Wochen ein weißer Stein, der ebenfalls dazu beitragen soll, dass die Kinder, die nicht leben konnten, nicht in Vergessenheit geraten. „Ab sofort möchten wir kleine Edelstahlschilder mit Namen gestorbener Kinder hier anbringen lassen“, erklärt Klaudia Oesterdiek. Bis zur Änderung des Personenstandsgesetzes konnten Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft verloren haben, nur dann eine Geburtsurkunde bekommen, wenn das Kind mehr als 500 Gramm gewogen hat.

Das ist nun anders. Und die Änderung gilt rückwirkend: „Auch Eltern, die ihr Kind vor Jahrzehnten schon verloren haben, können es jetzt noch am Standesamt eintragen lassen“, erläutert Klaudia Oesterdiek. Das könne auch für viele ältere Menschen wichtig sein, denn den Verlust eines ungeborenen Kindes vergesse man nie, sagt Oesterdiek.

Zeit ist reif für Änderung

Für die Eintragung des Kindes mit Vor- und Familiennamen benötigen die Eltern eine schriftliche Bescheinigung des Arztes oder Krankenhauses, das die Mutter behandelt hat, und auch ein Eintrag im Mutterpass wird anerkannt. Zuständig ist immer das Standesamt der Stadt oder Gemeinde, wo die Mutter in Behandlung gewesen ist. „Auch wenn das Geschlecht den Eltern nicht bekannt ist, kann der Eintrag gemacht werden“, sagt Gudrun Siemund. Es gebe eine Reihe von Namen, die sowohl für Jungen als auch für Mädchen geeignet sind.

Zu der Gesetzesänderung sagen die Schwestern: „Die Zeit ist reif für eine solche Veränderung.“ Denn den Kindern einen Namen zu geben, bedeute anzuerkennen, dass es sie gegeben hat – ein wichtiger Schritt in der Trauerbewältigung.

Neue Sitzgelegenheit bekommen

Zusätzlich zu dem Gedenkstein hat auch eine neue Bank vor Kurzem ihren Weg vor das Sternenkinderfeld gefunden. „Hier stand früher eine alte Holzbank, aber die war so schmierig, dass man sich kaum mehr darauf setzen konnte“, sagt Gudrun Siemund. Mit Spenden konnten die Frauen eine neue Sitzgelegenheit auf dem Friedhof errichten lassen.

 „Die Gemeinde hat uns dabei geholfen und eine ‚Langenberger Bank‘ zu günstigen Konditionen mitbestellt“, erklärt Klaudia Oesterdiek. Die passt optisch zu den übrigen Sitzmöglichkeiten in der Kommune. Eine Investition, die sich offenbar lohnt. Denn häufig würden Menschen an dem Sternenkinderfeld sitzen und die Gedenkstätte betrachten. Weiterhin sind auf dem Sternenkinderfeld anonyme Bestattungen möglich. „Diese sind kostenlos, und auch Särge sind aus Spenden vorhanden“, sagt Klaudia Oesterdiek.

Kontakt für Eltern

Eltern, die ein graviertes Schild an dem weißen Marmorstein in Langenberg anbringen lassen möchten, können sich an Klaudia Oesterdiek, Tel. 05248/609586, oder an Gudrun Siemund, Tel. 05248/1554, wenden. Die Kosten betragen 10 bis 15 Euro.

SOCIAL BOOKMARKS