Geklärtes Abwasser muss sauberer werden
Bild: Engelbrecht
Trotz Behandlung ist das Abwasser, das von der Langenberger Kläranlage in den Fortbach gelangt, mit vielen Mikroschadstoffen belastet. Auch der Phosphorgehalt ist zu hoch und muss reduziert werden.
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Die Ingenieurgesellschaft Dr. Knollmann aus Hannover war im vergangenen Jahr damit beauftragt worden, die Situation der Kläranlage zu analysieren, technische Möglichkeiten zur Reduzierung der Schadstoffe zu ermitteln sowie die Belastung vor Ort zu messen. Diese Machbarkeitsstudie stellte Jens Knollmann im September vor sowie noch einmal kurz zusammengefasst bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag. Die Empfehlung: Ozonierung und Dyna-Sand-Filtration. Bei diesem Verfahren werden die Schadstoffe mittels Ozon oxidiert und gespalten. Da dabei toxische Produkte entstehen, wird eine Filtration zum Abbau nachgeschaltet.

Mit dieser Variante könnte die Gemeinde zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn in Zukunft muss sie sich nicht nur der Reduzierung der Schadstoffe widmen, sondern auch der von Phosphor im Wasser. Mit der empfohlenen Behandlung seien beide Probleme gelöst, berichtete Knollmann. 70 Prozent der Investitionskosten – der Eigenanteil der Gemeinde beträgt somit rund 500 000 Euro – werden bezuschusst, vorausgesetzt der Antrag wird bis 2019 gestellt. Geschlossen stimmten die Ausschussmitglieder dafür, dass die Ingenieurgesellschaft die Planungen nun so weit vorantreibt, dass die Frist eingehalten werden kann. Die vorgeschlagene Variante zur Reduzierung der Schadstoffe wurde ebenfalls abgenickt.

Rolf Herrmann (UWG) regte an, den Auftrag zu erweitern. Er stellte die Frage in den Raum, ob es möglich sei, den für die Klärung notwendigen Sauerstoff vor Ort zu erzeugen anstatt ihn anliefern zu lassen. Denn: Durch eine Photovoltaik (PV)-Anlage könnte ein Teil der jährlichen Betriebskosten (insgesamt rund 150 000 Euro) aufgefangen werden. Grundsätzlich sei das möglich, bestätige Knollmann. Er sicherte zu, den Vorschlag in die Untersuchungen mit aufzunehmen, betonte aber auch, dass eine PV-Anlage vermutlich nicht gefördert werden würde.

Gabriele Fredebeul (CDU) wies darauf hin, dass man sich darüber bewusst sein müsse, dass die Aufwendungen auch mit erhöhten Wasserkosten einhergehen werden. Zudem betonte sie, dass 75 Prozent der Schadstoffe auf Putz- und Reinigungsmittel zurückzuführen sind. Ihr Rat: Kleidung einfach mal lüften anstatt waschen.

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