Gemeinde blüht rosige ÖPNV-Zukunft
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Wer auf den ÖPNV angewiesen ist, wird sich freuen: Der Nahverkehrsplan für den Kreis Gütersloh beinhaltet deutliche Verbesserungen für die Gemeinde. 2019 könnte ein Schnellbus installiert werden, zudem sollen die Betriebszeiten der L 70 ausgeweitet werden.  
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Dieser beinhaltet für die Gemeinde einige Perspektiven und Verbesserungen im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Noch ist das 300 Seiten starke Werk, dass als Weichenstellung für künftige Angebote und Umfänge des ÖPNV zu verstehen ist, in der frühen Planungsphase. Eine Umsetzung hält Honerkamp jedoch in weiten Teilen für realistisch. „Wir glauben fest daran, dass das Konzept, das auf den Ergebnissen einer vorangegangenen Mobilitätsanalyse basiert, funktionieren kann.“ Zwar wirft der Nahverkehrsplan den Blick auf das gesamte Kreisgebiet, jedoch finden sich darin einige Teilbausteine, die die Gemeinde Langenberg betreffen – und die das Zeug dazu haben, den ÖPNV zwischen Forthbach und Glenne deutlich attraktiver zu machen.

Kein Wunder also, dass sich UWG-Fraktionssprecher dazu hinreißen ließ, von einem „Durchbruch“ und „einer tollen Nachricht für alle Langenberger“ zu sprechen. Die einzige Buslinie, die Haltestellen in Langenberg anfährt, soll künftig ausgeweitete Betriebszeiten bekommen. Das dürfte insbesondere diejenigen freuen, die die Abendstunden gern im benachbarten Lippstadt, der Endstation der L 70, verbringen. Weil Busse künftig bis Mitternacht und darüber hinaus verkehren sollen, dürfte sogar ein Kinofilm in Überlänge drinsitzen, ohne auf das eigene Auto zurückgreifen zu müssen. Ergänzt werden könnten die Verbindungen zwischen Rheda und Lippstadt über Langenberg von einem Schnellbus, der zwar deutlich weniger Haltestellen anfahren würde, dafür aber zügiger unterwegs wäre. Wünschenswert seien zwei Stationen in der Gemeinde jeweils an der B 55, unterstrichen die Mitglieder des Hauptausschusses, in dessen jüngster Sitzung Honerkamp den Nahverkehrsplan vorstellte. Ob dieser Baustein des Planwerks tatsächlich umgesetzt werden kann, liegt jedoch nicht in den Händen des VVOWL oder des Kreises. Für die Finanzierung der Alternative zur Bahn wäre der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) zuständig. Diese könne, müsse aber nicht dafür aufkommen. Honerkamp riet der Gemeinde daher, in der ohnehin notwendigen Stellungnahme zum Nahverkehrsplan auf die besondere Bedeutung des Projekts für Langenberg hinzuweisen.

Der Nahverkehrsplan sieht für die Gemeinde eine weitere Neuerung vor. Statt wie bisher nur von einer könnte Langenberg ab Sommer 2019 von zwei Buslinien angefahren werden. Die „Neue“ soll aber, so sieht es der VVOWL als Verfasser des Plans vor, versuchsweise als Taxi-Buslinie an den Start gehen. Dieses Angebot der „Beförderung auf Anruf“ werde der verhältnismäßig geringen Nachfrage für die Strecke gerecht, sei jedoch ausbaufähig, sagte Honerkamp. So könnte etwa zu besonderen Ereignissen wie Karneval oder an Wochenenden für Fahrten zum Gartenschaupark eine kontinuierliche Verbindung in Erwähnung gezogen werden. Noch ist das alles allerdings Zukunftsmusik. Der Nahverkehrsplan befindet sich noch in der Aufstellungsphase. Sollte die Kreispolitik für eine Umsetzung des Werks stimmen, was als sehr wahrscheinlich gilt, könnten die Änderungen im ÖPNV-Netz im Sommer 2019 erfolgen.

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