Gemeinde erteilt Bauvorhaben Absage
Bild: Nienaber
Mit Plakaten, die sie vor dem Rathaus aufgestellt hatten, machten Kritiker des Bauvorhabens am Merschweg auf sich aufmerksam. Das Votum der Bürgervertreter fiel eindeutig aus. Einstimmig folgten sie dem Vorschlag der Verwaltung, das gemeindliche Einvernehmen nicht herzustellen.
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Deutliche Worte fanden am Donnerstagabend Kritiker des Vorhabens, die der Sitzung des Bauausschusses beiwohnten. Das Gremium hatte darüber zu entscheiden, ob die Gemeinde ihr Einvernehmen in dieser Angelegenheit herstellt. Der Kreis Gütersloh als Genehmigungsbehörde, dem die Bauanfrage des Doppelstädters vorliegt, hatte sich mit der Bitte an die Verwaltung gewandt, das Vorhaben politisch auf den Prüfstand zu stellen. Das Votum der Bürgervertreter fiel eindeutig aus. Einstimmig folgten die Fraktionen aller Couleur dem Vorschlag der Verwaltung, das gemeindliche Einvernehmen nicht herzustellen. Als Begründung wurde herangezogen, dass die Baumaßnahme nicht mit den Entwicklungsplänen der Gemeinde zu vereinbaren sei. Der betreffende Grund und Boden ist im Flächennutzungsplan als Wald und nicht als Siedlungsbereich dargestellt.

Eindeutiges Votum

Zwar sei man sich letztlich in der Sache einig gewesen, dass es sich bei besagtem Baumbestand um ein schützenswertes Areal handele, dennoch habe man sich in den Reihen der Christdemokraten lange mit dem Thema auseinandergesetzt, betonte CDU-Chefin Monika Düsing. Das seit Jahren bekannte Interesse an Baugrund im und an dem Wald am Merschweg sowie die Resonanz aus der Bürgerschaft zeige, „dass sich die Gemeinde strategisch mit der Entwicklung dieses Bereichs befassen“ müsse.

Ähnlich sieht das auch die Langenberger SPD. Um den Außenbereich der Gemeinde sachgemäß entwickeln zu können, müssten alle Protagonisten an einem Strang ziehen, unterstrich Fraktionssprecher Philipp Micus. Kritik an dem geplanten Vorhaben des Investors hatten zuvor bereits UWG und Grüne geäußert – und eben auch rund ein Dutzend Besucher der Ausschusssitzung, die die Diskussion von der Tribüne des Ratsaals aus verfolgten. Letztere hatten sich mit Plakaten gewappnet, auf denen zu lesen war: „Bäume statt Beton. Klimaschutz kein Thema in Langenberg?“ Das eindeutige Votum der Langenberger Lokalpolitik hatte die Protestler jedoch versöhnlich gestimmt.

Laufendes Verfahren noch nicht entschieden

Laut Bauanfrage des Investors aus Langenbergs Nachbarstadt an der Ems ist am Merschweg in der nordöstlichen Verlängerung der Wohnbebauung die Errichtung von bis zu sechs Gebäuden als Einzel- oder Doppelhäuser mit jeweils ein bis zwei Wohneinheiten geplant. Als Genehmigungsbehörde hat über das Projekt im Außenbereich der Gemeinde der Kreis Gütersloh zu entscheiden. Wie im Bauausschuss verlautete, habe die zuständige Fachabteilung der Behörde in der Dalkestadt der Gemeinde bereits mitgeteilt, dass sie beabsichtige, die Bauanfrage negativ zu bescheiden, da die rechtlichen Voraussetzungen für eine Genehmigung der beantragten Vorhaben nicht vorlägen. Auf Nachfrage der „Glocke“ wollte man diese Information jedoch nicht bestätigen. Die Bauanfrage werde derzeit bearbeitet. Es handele sich um ein laufendes Verfahren, zu dessen Ausgang man zu diesem Zeitpunkt noch nichts sagen könne, informierte Kreis-Pressesprecherin Lena Bökenhans.

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