Gemeinde sucht Gespräch mit Eigentümern
Bild: Nienaber
Kommt die vertikale Gliederung, die eine Wohnnutzung im Erdgeschoss der Gebäude entlang der Hauptstraße unzulässig werden lassen könnte? Noch vor den Sommerferien werde man mehrere Gesprächstermine mit den Immobilienbesitzern anberaumen, erläuterte die Verwaltung am Donnerstag.  
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Die angestrebte vertikale Gliederung, die festsetzt, dass im Plangebiet entlang der Hauptstraße im Erdgeschoss nur eine Geschäfts-, Einzelhandels- oder Dienstleistungsnutzung zulässig ist, sei noch nicht in Stein gemeißelt.

Auch wenn eine derartige Restriktion erst bei Neu- oder Umbauten zum Tragen käme, befürchten Grundbesitzer, dass eine vorgeschriebene Unzulässigkeit von Wohnnutzungen an der Flaniermeile finanzielle Einbußen mit sich brächte. Sie sähen sich in ihrer wirtschaftlichen Freiheit unnötig eingeengt, ihre Rechte als Eigentümer würden beschnitten, hieß es zuletzt von Betroffenen.

Am Donnerstag haben die Mitglieder des Bauausschusses das Änderungsverfahren auf den Weg gebracht, das in erster Linie die Umwandlung von Dorfgebieten in sogenannte Urbane Gebiete vorsieht. „Wir stehen noch ganz am Anfang eines langen und schwierigen Verfahrens. Über eventuelle Wohnnutzungseinschränkungen geht es noch gar nicht“, betonte Ausschussvorsitzende Helge Rix. Über diese werde man erst entscheiden, nachdem man ins Gespräch mit den Betroffenen gegangen sei. „Ergebnisoffen“ wolle man sich der Sache nähern, unterstrich die CDU-Ratsfrau.

Die Gemeinde verfolge mit dem Projekt das richtige Ziel, nämlich ihr versorgungstechnisches Herz am Schlagen zu halten, argumentierte Heribert Neukirch (UWG). Jedoch müsse man behutsam vorgehen und Vorsicht walten lassen. Die Bürger mit ins Boot zu holen, ist auch für Philipp Micus (SPD) oberstes Anliegen. Man spüre, dass sich die Langenberger die Entscheidung für oder gegen eine Nutzungsbeschränkung nicht leicht machten.

Bedenken äußerte lediglich Edgar Klose von den Bündnisgrünen, ob der schwerwiegenden Folgen, die eine angestrebte vertikale Gliederung für Einzelne haben könne.

Noch vor den Sommerferien werde man mehrere Gesprächstermine mit den Immobilienbesitzern an der Hauptstraße anberaumen, erläuterte die Verwaltung. Unbeachtet davon wurde der zuletzt mit Blick auf den Geltungsbereich leicht abgeänderte Aufstellungsbeschluss bei einer Enthaltung verabschiedet.

Mit dem formellen Startschuss des Änderungsverfahrens hat das Gremium zudem eine sogenannte Veränderungssperre beschlossen, die nun noch vom Rat abgesegnet werden muss. Diese besagt, dass im Geltungsbereich zwischen Wadersloher und Bentelerstraße ohne das gemeindliche Einvernehmen keine Bauvorhaben mehr durchgeführt oder Bauten abgerissen werden dürfen. Bereits genehmigte Maßnahmen sind von dieser Regelung nicht betroffen. Ziel sei, so hieß es am Donnerstag, die beabsichtige Bauleitplanung während des Verfahrens abzusichern. In Kraft tritt die Sperre am Tag nach der Bekanntmachung.

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