Geplante Obstwiese wird zum Zankapfel
Bild: Nienaber
Große Pläne: Eine Familie möchte einen alten Kotten zu einem Biohof entwickeln. Dafür sollen nahe der Nienkampstraße in Benteler vier mobile Hühnerställe errichtet sowie eine Streuobstwiese angelegt werden. Insbesondere ein neu angelegtes Naturidyll wie das auf dem Foto würde eine großflächige Wohnbebauung in diesem Bereich vermutlich auf lange Zeit unmöglich machen.  
Bild: Nienaber

Sogenannte Suchflächen für Wohnraum hat die Gemeinde erst kürzlich benannt und bei der Bezirksregierung angemeldet. Diese soll die einzelnen Bereiche möglichst in Gänze im demnächst aufzustellenden Regionalplan OWL 2035 aufnehmen. Während im Ortsteil Langenberg rund ein Dutzend Bereiche ausgemacht wurden, die entweder schon als Erweiterungsgebiete für die Gemeinde dienen können oder bei denen Potenzial dafür besteht, sind es in Benteler lediglich drei: eine bereits vorhandene Fläche sowie zwei in Frage kommende Areale. Eines der beiden Letztgenannten befindet sich im Nordosten des Ortsteils.

Städtebaulich spricht nichts gegen das Projekt

Das Problem: Eine Familie möchte dort allerdings einen alten Kotten zu einem Biohof entwickeln – was eine großflächige Wohnbebauung auf lange Zeit unmöglich machen würde. Der Kreis Gütersloh als Genehmigungsbehörde hat die Gemeinde jüngst darum gebeten, über die Herstellung des gemeindlichen Einvernehmens zu entscheiden. Konkret sollen auf dem Grundstück westlich der Nienkampstraße vier mobile Hühnerställe für je 400 Tiere aufgestellt werden. Zudem sollen eine Streuobstwiese angelegt sowie ein Nebengebäude des betreffenden Hofs mit notwendigen Einbauten wie Aufzucht-, Zerlege- und Einpackanlagen umgesetzt werden.

Die fraglichen Grundstücke sind mit Ausnahme eines Teilbereichs im Flächennutzungsplan bislang der Landwirtschaft vorbehalten. Aus planungsrechtlicher Sicht bestünden daher bis auf besagte Ausnahme keine Bedenken, die gegen das angefragte grüne Licht aus dem Rathaus sprechen würden, erläuterte Fachbereichsleiter Dirk Vogt am Donnerstagabend im Rahmen der Sitzung des Bauausschusses. Ganz im Gegenteil. „Es wäre aus meiner Sicht rechtswidrig, wenn wir das Einvernehmen nicht herstellen würden“, sagte Vogt. Städtebaulich spreche nichts gegen das Projekt, auch wenn man sich für den Bereich auch eine andere Entwicklung vorstellen könne.

Fakten schaffen

Bedenken hatte insbesondere die CDU in einer teils hitzig geführten Debatte angemeldet. Man wolle sich eine Entwicklung der Gemeinde an dieser Stelle buchstäblich nicht verbauen, unterstrich Fraktionschefin Monika Düsing. Und dafür würde man die Voraussetzungen schaffen, stelle man das Einvernehmen her. Fakten schaffen würde insbesondere die angedachte Streuobstwiese. „Die Fläche wäre tot für uns“, fasste es Ausschussvorsitzende Helge Rix in dramatischen Worten zusammen und fügte hinzu, dass in Benteler ohnehin nur zwei Suchflächen für Wohnbebauung ausgemacht worden seien.

Er könne die Bedenken der Christdemokraten zwar nachvollziehen, das reiche aber nicht dafür, „sämtliche Bereiche für von uns angedachte Zwecke zu blockieren“, erläuterte Heribert Neukirch von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG). Fachbereichsleiter Dirk Vogt versuchte zu verdeutlichen, dass mit der Entscheidung des Fachgremiums die Umsetzung des Projekts noch nicht ausgemachte Sache sei. Im Zuge der Bauanfrage stünden Abwägungen verschiedener Aspekte an, über die verschiedene Träger öffentlicher Belange zu beurteilen hätten.

Mehrheitlich bei drei Gegenstimmen sprach sich das Gremium dafür aus, das gemeindliche Einvernehmen herzustellen.

SOCIAL BOOKMARKS