Grünes Paradies lädt zum Flanieren ein
Bild: Werneke
Romantische Rosenpracht: Über Jahrzehnte haben sich Rosita und Hans-Jürgen Quack am Grenzweg in Benteler ein weitläufiges Gartenidyll  geschaffen, das zur Erholung und zum Spaziergang einlädt.
Bild: Werneke

 „Wir nennen das unser Paradies“, sagt er. Dieses ist so weitläufig, dass der Besucher, wenn er durch die Pforten in das grüne Gelände eingetreten ist, auf Anhieb gar nicht weiß, welche der Wegachsen er zuerst erkunden soll. Die Linke lockt besonders: Sie wird von einem prächtigen Beet mit duftenden Rosen, leuchtenden Lilien, üppigen Funkien, Hortensien und Co. gesäumt. Um die Blumen kümmert sich Rosita Quack, die sogar selbst Rosen vermehrt. Die 72-Jährige ist hier am Grenzweg groß geworden. Ihre Eltern hatten sich im Siedlungshaus niedergelassen. Die Tochter und ihr Mann haben später Land dazugekauft. Vor mehr als 50 Jahren haben sie Stück für Stück ihr Refugium unter freiem Himmel auf rund 6000 Quadratmetern geschaffen.

Schäden durch Kyrill

Klare Linienführungen strukturieren das weitläufige Areal. Dafür sorgen raumteilende Hecken und in Achsen angelegte Gewächse. Mehr als 80 Buchsbaumpflanzen hat Hans-Jürgen Quack gesetzt und kümmert sich um deren Schnitt. Egal, ob japanische Kiefer, Zypresse oder Taxus – sie alle müssen in Form gehalten werden. Ihnen rückt der Ruheständler regelmäßig mit der elektrischen Heckenschere zu Leibe. Er mag kugelartige Konturen. Jetzt im Alter benötige er für diese Arbeiten im kompletten Garten rund eine Woche, sagt der 74-Jährige. „Wenn andere auf dem Sportplatz waren, waren wir im Garten“, blickt er zurück auf die Jahre, als beide berufstätig waren. Nun haben die Quacks mehr Muße. Die nutzt er auch dafür, um mit dem Aufsitzmäher den Rasen zu pflegen. Der Mann mit Schwäche für Parkanlagen mag es, das Auge des Spaziergängers auf bestimmte Punkte zu fokussieren. Mehrere Holzbögen hat er zu seinem „Sonnenweg“ gruppiert. An anderer Stelle bilden efeuumrangte Winkel eine Sichtachse. Besonderen Charme erhält die Erholungsoase in Benteler vor allem durch den alten Baumbestand – wie etwa Eichen. Sie konnten Kyrill besser trotzen als manch anderer hochgewachsener Stamm. Kiefer, Birke, Edeltanne und Obstbaum – „querbeet“ habe der Sturm zugeschlagen und 23 Bäume umgerissen. Das damals traurige Ereignis betrachten die Quacks heute als Verjüngungskur.

Hingucker aus Holz

Das Ehepaar Quack hat in seinem himmlischen Gartenidyll zahlreiche Hingucker und vielfältige Ecken geschaffen. Einen Totholzstamm haben sie kurzerhand zu einem Schmetterlingsbaum umdekoriert, im Blumenbeet stehen Metallskulpturen zum Froschkonzert bereit, derweil auf der gegenüberliegenden Seite Engel in einem Teppich aus Grün ihre Instrumente bereithalten. Ein schmiedeeiserner Pavillon lädt zum Verweilen ein, und Rosenbögen setzen die leuchtend rote Pracht eindrucksvoll ins Szene. In deren Hintergrund macht eine strahlend-blaue Abtrennung neugierig. Dahinter verberge sich „Klein-Mallorca“ erfährt der Besucher. Und tatsächlich: Zum Badevergnügen lädt dort ein 40 Quadratmeter großer Pool mit Teleskopdach zum Abtauchen ein. Asien ist übrigens auch gar nicht weit entfernt: „Dooong“ schallt es in den Benteleraner Himmel, wenn der imposante Gong unweit des Hauses geschlagen wird.

Äpfel und Gemüse

Im Paradies darf es an Äpfeln nicht fehlen: Eine kleine Obstplantage liefert so viele Früchte, dass sie, passend gelagert, auch im Winter Genuss bescheren. Sogar Kohlrabi, Zuckersalat und Kräuter finden in Gefäßen ein kleines Fleckchen. In der vielfältigen Anlage fühlen sich auch Tiere – von der Hasenmutter über das Eichhörnchen bis zum Specht – wohl. Für die gefiederten Freunde hat der Ruheständler bunte Vogelhäuser gefertigt. Seinem Geschick mit Stichsäge und Farben ist auch manche Fantasieblume zu verdanken. Seine Gartenkunst teilt er großzügig: Blumen und Vogelhäuser sind am Grenzweg entlang zu finden. Auch mehr als 1000 Krokusse haben die Quacks dort schon platziert, so können auch die Nachbarn ein Stück vom Paradies genießen.

SOCIAL BOOKMARKS