Gut Geissel lockt als Kunst- und Trau-Ort

Hausherrin Anne Geissel wird am Samstag, 24. August, um 18 Uhr eine eigene Galerie im ehemaligen Pferdestall eröffnen. Und: Wo sich demnächst Malerei, Bildhauerei und Objektkunst paaren, da dürfen sich ab 2014 auch Paare standesamtlich trauen lassen.

„Neue Wege geht man nur, wenn man sich Herausforderungen stellt“, versucht Anne Geissel ihre Beweggründe zu beschreiben. Die Idee zu einer Galerie hatte die Modedesignerin und selbstständige Imageberaterin schon seit längerem. Aber erst eine E-Mail von dem italienischen Schmuck-Designer Gian Luca Bartellone – „und ein altes Hufeisen, das wir beim Herausnehmen der Betonplatte im Pferdestall entdeckt haben“ – ließ sie die Realisierung wagen.

 Die Langenbergerin hatte Bartellone bei einer Ausstellung im Leipziger Grassi-Museum für angewandte Kunst kennengelernt. Man war ins Gespräch gekommen – auch über eine mögliche Präsentation seiner mehrfach ausgezeichneten Schmuckobjekte auf Gut Geissel. Seine Nachfrage brachte den letzten Anstoß – und rückte den alten Pferdestall von 1750 in den Fokus.

Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude mit seinen 180 Quadratmetern Nutzfläche wird nun in reiner Privatinitiative von Reinhard und Anne Geissel mit Unterstützung ihrer kulturaffinen Freundin Marita Petermeier-Schnieders aus Mastholte renoviert. Die Ursprünglichkeit des Fachwerkhauses wird nicht angetastet. „Im Gegenteil, wir tun etwas dafür.“

So wurde im vorderen Raum der Betonboden herausgeschält, den man irgendwann eingezogen hatte, um die Ackergeräte besser lagern zu können. Der nun freigelegte, nur gestampfte Boden erhält einen Belag aus sogenannten holländischen Klinkern. Das Material holen die Geissels eigens aus Duisburg. Ein Blick in den schon fast fertigen hinteren Raum zeigt, wie es aussehen wird. Dort wurde der gestampfte Boden etwas abgetragen, die Klinker quasi tiefer verlegt, damit man mehr Höhe gewinnt. Schließlich soll sich im künftigen Trauzimmer, ab Frühjahr 2014 offizielle Außenstelle des Langenberger Standesamts, niemand den Kopf an den alten Balken stoßen.

Eröffnung ist am 24. August

Während das Fachwerk sichtbar bleibt, wird es im vorderen Hauptraum bei Ausstellungen zugehängt. Reinhard Geissel ließ dafür Stangen unter der Decke befestigen an denen an selbst konstruierten Stahlplatten aufgeschraubte Holzwände eingehängt werden können. So erhält man Präsentationsflächen für Bilder, ohne das alte Gemäuer oder die Balken antasten zu müssen.

 Der Dachboden wird nicht isoliert. Beherrscht wird der Raum mit den sichtbaren Dachziegeln von einer Holzwand für Bilder an der Stirnseite sowie von einem großen Holzpodest, auf dem Skulpturen und Objekte ihren Platz finden sollen. Filigrane Keramik kommt in stattliche Vitrinen, die Sissi, Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg, aus ihrer ehemaligen Galerie zur Verfügung stellt. Kleinteiligeres wie Schmuck wird in kleinen Glasvitrinen gezeigt, und die wiederum auf Stelen präsentiert, die der Langenberger Künstler Bernd Bergkemper leiht.

„Es ist toll zu sehen, auf welche Kooperationsbereitschaft unsere Galerie-Idee stößt“, freut sich Anne Geissel. Am Samstag, 24. August, wird das Ergebnis offiziell vorgestellt – einschließlich der Schmuckobjekte von Gian Luca Bartellone, der preisgekrönten Schwarzkeramik von André von Martens und der Malerei von Keiko Koana.

SOCIAL BOOKMARKS