Heiliges Souvenir fürs Wohnzimmer
Bild: Ebel
Interessenten können die alten Schieferplatten, die einst das Dach der Lambertuskirche in Langenberg bedeckten, gegen eine Spende werden. Der morgige vierte Adventssonntag ist für Pastor Olaf Loer (l.) und Kirchenvorstand Bernd Forthaus aber auch aus einem anderen Grund ein besonderer Tag: Die neuen Glocken auf dem Dachstuhl werden nach dem Gottesdienst in geändertem Klang läuten.
Bild: Ebel

Die alten Schiefertafeln können gegen eine Spende am vierten Advent erworben werden. „Das neue Dach kann sich sehen lassen“, sagt Kirchenvorstand Bernd Forthaus und blickt auf die leicht glänzenden Platten auf der Lambertuskirche. Der 36-Jährige ist froh, dass das katholische Gotteshaus am Kirchplatz die Bauarbeiten überstanden hat. Die sandsteinfarbende Kirche wurde unter einem Stahlgerüst versteckt – jetzt ist ein Teil der Dachkonstruktion fertig. Seit 50 Jahren hat es am Dach keine Renovierungsarbeiten gegeben. „Es entsprach nicht mehr den aktuellen baulichen Anforderungen. Eine Renovierung war unbedingt notwendig“, erklärt Forthaus.

100 Schieferplatten noch gut erhalten

750 Quadratmeter Schiefer wurden entfernt und ersetzt. Mehr als 100 der alten Platten sind noch gut erhalten. Sie zu entsorgen, kam für die Verantwortlichen der Kirche nicht in Frage: Am morgigen Sonntag nach der Messe, die um 11 Uhr beginnt, können Bürger die alten Platten gegen eine kleine Spende an den kirchlichen Förderverein erwerben. Bernd Forthaus gibt einige Tipps, was die Langenberger mit den schwarzen Täfelchen anstellen können: „Schiefertafeln eignen sich als Untersteller für Blumentöpfe oder als Schild, das man mit Kreide beschriften kann – rundum ein schönes Accessoire für die heimischen vier Wände.“

Außer der Erneuerung des Dachs steht am Sonntag ein weiterer Höhepunkt an: Die Glocken werden wieder in voller Pracht in der Gemeinde zu hören sein. „Es ist das beste Geschenk, das man mir an Weihnachten machen kann“, schwärmt Pastor Olaf Loer.

Glocken läuten in neuem Klang

Zwei der vier Glocken, die hoch oben im romanischen Turm läuten, wurden im Rahmen der Sanierung aus dem Kirchturm entfernt und von einer Gießerei im Niederländischen Assen erneuert – sie hatten Risse. Die beiden übrigen Exemplare aus Zinn und Bronze wurden dem veränderten Farbklang angepasst. Zusätzlich wurde weitere Glocke eingebaut, die ihr historisches Pendant aus dem Jahr 1468 klanglich unterstützen soll. Sie wird nun an Festtagen, wie beispielsweise am folgenden Sonntag und an den Weihnachtsfeiertagen, läuten.

Für Bernd Forthaus haben die Umbauten mit Kosten im sechsstelligen Bereich auch einen symbolischen Charakter: „Die Lambertuskirche prägt den Gemeindekern und ist die gute Stube des Kirchplatzes. Die Modernisierung wird in Langenberg positiv aufgenommen.“

SOCIAL BOOKMARKS