Hofkreuz endlich wieder vollständig
Bild: Nienaber
Über mehrere Jahre war der Korpus der Christusfigur eingelagert, nachdem er 2015 nach kurzer Zeit ein zweites Mal saniert werden musste. Nun schmückt er wieder das Hofkreuz der Familie Haselkamp, dessen Entstehung auf das Jahr 1909 zurückgeht.  
Bild: Nienaber

1909: Ferdinand Braun erhält den Nobelpreis für Physik. Kaiser Wilhelm II. feiert seinen 50. Geburtstag und in dem beschaulichen Langenberg wird die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Es ist eine Zeit, in der sich das Land nach anhaltender Rezension wieder erholt. Wohlstand und Frömmigkeit machen sich auch auf dem Land breit. Als bewusstes Glaubenszeugnis wird an der heutigen Hauptstraße ein Hofkreuz aufgestellt.

Kunstpfleger nehmen sich Denkmal an

2013, also mehr als 100 Jahre nach Grundsteinlegung, wird das Hofkreuz transloziert: Weil es am derzeitigen Standort einer Erschließung des Baugebiets „Haselkamps Wiese“ im wahrsten Wortsinn im Weg steht, muss es umziehen. Die Gemeinde, die für die „Reise“ aufkommt, nutzt die Gelegenheit, den Holzkorpus der Jesusfigur zu sanieren. Die Kunstpfleger von Ars Colendi aus Paderborn nehmen sich des Denkmals an, das seit 1986 als solches bei der Gemeinde als verwaltende Behörde gelistet ist.

Derweil werden Sockel und Sandsteinkreuz weiter östlich wieder aufgebaut. 2014 wird die Christusfigur wieder angebracht. Der Anblick des sanierten und wieder vervollständigten Hofkreuzes bleibt den Langenbergern, allen voran den Haselkamps, nicht allzu lang gegönnt: „Vermutlich durch Erschütterungen, die sich im Zuge der Hauptstraßensanierung durch Maschinen und Baufahrzeuge ergeben haben, kam es zu Rissbildungen am Holzkorpus“, erläutert Ruth Heimann von der Gemeinde.

Umsichtiges Handeln

Daraufhin sei die Figur 2015 erneut von den Paderborner Experten auf Herz und Nieren geprüft, ein weiteres Mal saniert und eingelagert worden. Dass das Denkmal, das nun in Nachbarschaft des historischen Wachhäuschens als charakteristisches Merkmal der Haselkamp-Hofstelle auf vergangene Tage hinweist, einige Jahre ohne Gottessohn auskommen musste, ist dem umsichtigen Handeln der Gemeinde geschuldet. „Auf Hinweis des Besitzers wollten wir zunächst die zu erwartende Baumaßnahme des Ärztehauses unmittelbar nebenan abwarten, bevor das Hofkreuz wieder komplettiert wird“, betont Ruth Heimann. Denn auch dafür war schweres Gerät erforderlich. Eine erneute Rissbildung an der filigranen Skulptur hätte man sich wohl so schnell nicht verzeihen können.

SOCIAL BOOKMARKS