Hündin Amy schleppt Klingenköder an
Bild: Nienaber
Zwei, die sich liebhaben: Ein „waschechter Draußenhund“ sei ihre Amy, sagt Marie Frenser. Beinahe wäre der Dalmatiner-Mix einem Hinterhalt von Tierquälern zum Opfer gefallen.  
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Die tierische Premiere wäre beinahe in einem Fiasko geendet – hätte die Jugendliche nicht geistesgegenwärtig das Richtige getan.

Die Strecke über den Rücken der Langenberger Höchte gehört zu den Lieblingsrouten, die Marie und ihre Mutter Tina mit Amy regelmäßig gehen. Viele Hundebesitzer schätzten den Weg als ideale Auslaufstrecke für ihre Kaltschnauzen, weiß Tina Frenser. Die vierjährige Mischlingshündin ist an diesem Tag dennoch an der Leine. Sicher ist sicher, denkt sich Marie – und wird kurz darauf in ihrem Tun bestätigt.

„Mir ist auf einmal eine Schnur aufgefallen, die aus Amys Schnauze hing. Da habe ich sie sofort zu mir gezogen und nachgeschaut“, erinnert sich Marie. Erst habe sie das Fundstück, das ihr Vierbeiner nur ungern hergeben wollte, für ein achtlos weggeworfenes Stück Wurst gehalten, sagt sie. Bei genauerem Hinsehen habe sie aber eine darin eingewickelte Trapezklinge erkannt. Daraufhin sei sie mit dem Dalmatiner-Mix, der zum Glück unversehrt geblieben war, unmittelbar zurück nach Hause zu ihrer Mutter gerannt.

„Wir haben sofort die Polizei verständigt und sind die Strecke daraufhin noch mal abgegangen, ob nicht doch noch irgendwo Exemplare dieser gefährlichen Leckerlis liegen“, blickt Mutter Tina besorgt zurück. Die Ordnungshüter hatten ihr geraten, Anzeige zu erstatten, damit man der Sache nachgehen könne. „Das haben wir dann auch getan“, sagt die Langenbergerin. Zusätzlich habe sie ihrer Tierärztin den Hinweis gegeben, dass Tierquäler ihr Unwesen treiben, und in den sozialen Netzwerken von dem Hinterhalt berichtet. Allein bei Facebook wurde ihr Beitrag hunderte Mal geteilt.

„Widerwärtig“ sei ein solches Verhalten, bei dem Menschen den qualvollen Tod eines Hundes oder eines anderes Tieres in Kauf nehmen, meint Tina Frenser. Hätte ihre Amy den Köder geschluckt, wäre auch ihre treue Begleiterin heute wohl nicht mehr am Leben. Daher sei ihr es wichtig, Tierbesitzer hinsichtlich der Gefahr zu sensibilisieren.

Die Polizei ermittelt in dem Langenberger Fall nun vor dem Hintergrund der versuchten Sachbeschädigung und sucht Zeugen. Nach Paragraf 303 des Strafgesetzbuchs kann das Auslegen von Ködern mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren geahndet werden. Zudem greift Paragraf 17 des Tierschutzgesetzes: Tierquälerei. Polizeisprecherin Corinna Koptik rät allen Hundebesitzern, die mit ihren Tieren Gassi gehen, stets Ausschau nach möglichen Ködern zu halten. Verdächtige Fundstücke sollten unmittelbar der Polizei gemeldet werden.

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