Im Parcours geht es um Hundertstel
Bild: Nienaber
Auf die Plätze, fertig, los: Sobald die Ampel auf Grün springt, rennen die Jungen und Mädchen los. Beim Besuch der Speed-4-Mannschaft in der Bnnkmannschule legten sich die Schüler mächtig ins Zeug.  
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Mit dem von ihm erfundenen Speed-4-Parcours ist der Schweizer seit Dienstag in Langenberg zu Gast – und lehrt die Grundschüler gehörig das Schwitzen. Drei Coupons hält die achtjährige Merle in ihren Händen. Darauf sind ihre Rundenzeiten genau angegeben. „Wow, ich habe mich um acht Hundertstel verbessert“, sagt sie. Ihre Augen strahlen dabei mit der Turnhallenbeleuchtung um die Wette. Hinter ihr, in der für diesen Morgen reservierten Halle, stehen die Zweitklässler der Brinkmannschule an vier Stationen Schlange, um den Speed-4-Parcours möglichst schnell und ohne Fehler abzulaufen. Zwei der vier Ampeln springen von Rot auf Grün, und zugleich stürzen zwei Brinkmänner los. 400 000 Jungen und Mädchen trainiert das Speed-4-Projekt von Wolfgang Paes, das er im Franchise-Prinzip quer durchs Land anbietet – und das pro Jahr. Beim Wettkampf in Langenberg sind es Schüler aus Langenberg und Benteler sowie aus Mastholte, die um Bestzeiten kämpfen.

Regionalfinale in Gütersloh

Das Prinzip ist schnell erklärt: Eine Ampel zeigt an, auf welcher Seite die Nachwuchssportler an fünf Pylonen vorbeilaufen müssen, um schließlich zu wenden und im Slalom zum Startpunkt zurückzukehren. Das Ganze wird mit Lichtschranken kontrolliert, ein Computer spuckt die Ergebnisse direkt aus. Ziel sei es, die koordinativen und sportlichen Fähigkeiten der Kinder zu stärken, und das mit Mitteln, die bei den Jüngsten gut ankommen, sagt Paes. Bei seinen Trainingseinheiten als Tennislehrer habe er bemerkt, dass es manchem Nachwuchs schwer fällt, sich richtig zu bewegen. „Da habe ich mir gedacht: Was kann jedes Kind? Laufen! Was mag jedes Kind: Computer spielen! Also verbindet der Parcours beides“, erläutert der Speed-4-Erfinder aus dem Alpenland. Beim Wettkampf in der Brinkmannturnhalle geht es allerdings nur nebensächlich um Bestzeiten. „Wir wollen die Kinder vielmehr mit dem ‚Virus Sport‘ infizieren“, sagt Paes. Um den Einzug ins Regionalfinale in Gütersloh geht es erst am Wochenende beim Gemeindewettkampf am Autohaus Reckhaus. Die Familie um Heike und Stephan Reckhaus hat das Projekt in Langenberg überhaupt erst möglich gemacht. Sie tritt als Sponsorin in Aktion.

Nachwuchs ist in Langenberg fit

Das auf Grundschulkinder abgestimmte Sportprojekt wird wissenschaftlich begleitet. Die Uni Wuppertal wertet die anonym erfassten Daten aus und analysiert sie. Bei der Stippvisite in Langenberg brauchten Wolfgang Paes sowie seine Mitstreiter Halil Okcu und Walid Arar die Hilfe der Professoren nicht, um festzustellen, „dass auf dem Land alles noch in Ordnung ist“. Anders als in den Ballungszentren Deutschlands seien die Jungen und Mädchen hierzulande noch recht beweglich und fit, meint Paes. Für die teilnehmenden Schulen sei der von Sponsoren finanzierte Besuch der Speed-4-Mannschaft ein Glücksfall, sagt Berna Masjosthusmann, Leiterin des Grundschulverbunds Langenberg-Benteler. „Im normalen Unterricht können wir derart technikgestützte Übungen natürlich nicht durchführen. Dazu fehlen uns einfach die Möglichkeiten. Daher ist es für uns und insbesondere für die Schüler eine Bereicherung des normalen Sportbetriebs“, sagt die Schulchefin beim Pressetermin.

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