In Digitalisierung der Schulen investieren
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Die Ausstattung der Bildungseinrichtungen mit neuen Medien und IT wollen die Langenberger Schulen und Gemeinde gemeinsam vorantreiben. In einer Sondersitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport ging es unter anderem um den zu erstellenden Medienentwicklungsplan.
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Der Beauftragte der Bezirksregierung für das Lernen mit digitalen Medien in Schulen nannte während seines Vortrags vor den Ausschussmitgliedern im Ratssaal Technik, Verwaltung und Pädagogik als die drei wesentlichen Komponenten für das Gelingen eines gelungenen Einsatzes von Tablet und Co. im Unterricht. Wie in der Sitzung deutlich wurde, sind die entscheidenden Partner – nämlich der Grundschulverbund sowie die Gemeinschaftsschule und die Verwaltung, die als Schulträger dazu verpflichtet ist, die Sachausstattung zu stellen –  konstruktiv gemeinsam unterwegs.

Gemeinde legt Vorschlag für Medienentwicklungsplan vor

Mit der Aufstellung eines Medienentwicklungsplans soll nun ein wichtiger Schritt getan werden. Am Dienstag hat die Verwaltung einen ersten Entwurf mit zwei Varianten vorgelegt, der aufzeigt, wie die von den Pädagogen formulierten Anforderungen an die Medien- und IT-Ausstattung in einen Investitions- und Kostenplan überführt werden könnten. Dem zugrunde lagen die jeweiligen Medienkonzepte, die sowohl der Grundschulverbund Langenberg-Benteler als auch die weiterführende Gemeinschaftsschule in einer ersten Version erarbeitet hatten. Diese sollen künftig weiterentwickelt werden.

Für das Lernen in der mobilen Welt sollen an den Bildungseinrichtungen nach und nach iPads angeschafft werden. Die von der Gemeindeverwaltung nun vorgeschlagene erste Entwurfsvariante sieht etwa vor, dass es im ersten Schritt an der Gemeinschaftsschule eine 1:1-Ausstattung an iPads für die Lehrer (50 Stück) sowie für die Jahrgänge fünf und sechs gibt, sowie (in einem anderen Verhältnis) einen iPad-Pool für die Jahrgänge sieben bis zehn. Der von der Verwaltung für das Haushaltsjahr 2019 vorgeschlagene Entwurf geht von 275 Endgeräten aus, die insgesamt mit 137 500 Euro zu Buche schlagen würden. Für den Grundschulverbund sind insgesamt 64 iPads mit 32 000 Euro aufgelistet.

Auf den Wunschlisten der Langenberger Lernstätten stehen unter anderem auch W-Lan-Ausstattung sowie Präsentationsflächen. Sie finden sich ebenfalls im Planentwurf. Wie Referent Schubert aus Erfahrung weiß, käme es zuweilen bezüglich der Lehrer-iPads zu Missverständnissen. Er betonte deshalb: „Der Schulträger besitzt das Gerät“. Er statte damit den Schulraum aus, und der Lehrer übernehme nur eine Patenschaft.

 Fachausschuss bekommt Hausaufgaben

An Investitionen würden 2019 insgesamt 343.950 Euro fällig(144.450 Euro für den Grundschulverbund, 199.500 Euro für die Gemeinschaftsschule). Haushaltsmittel sowie andere Geldquellen, unter anderem auch die beiden Bildungsstätten, sollen genutzt werden. Unter Einbeziehung der jetzt schon bekannten Größen, mit denen gerechnet werden kann, würde unterm Strich ein Defizit von 189.150 Euro stehen, das dieses Jahr nicht im Haushaltsbudget eingeplant ist. Allerdings ist noch nicht klar, welche Posten über den Digitalpakt Schule bezahlt werden könnten, wie viel Förderung die Gemeinde auf diesem Weg erhalten würde und zu welchem Zeitpunkt.

Um noch mehr Zeit zu gewinnen, bis Klarheit in diesen Fragen herrscht, könne man laut Bürgermeisterin Susanne Mittag auch versuchen, möglichst viele Ausgaben in das nächste Jahr zu schieben. Die Gemeinde legte dem Ausschuss entsprechend einen alternativen Entwurf vor, bei dem sich für 2019 die Investitionskosten auf 247.000 Euro belaufen und das Defizit 92.800 Euro beträgt. Die Kosten für Unterhalt und Wartung der Gerätschaften sowie Lizenzen würden in diesem Haushaltsjahr dann ebenfalls geringer ausfallen. Auch diesbezüglich ist noch nicht klar, ob sich etwa das Land an laufenden Supportkosten beteiligen wird. Die Ausschussmitglieder haben nun also ein reichhaltiges Zahlenwerk an die Hand und die Hausaufgabe mit auf den Weg bekommen, darüber zu beraten, so dass in der kommenden Fachausschusssitzung über den Entwurf befunden werden kann.

Kritische Anmerkungen

Zwei Punkte in dem Papier erregten schon jetzt in dem Gremium Aufmerksamkeit. Michael Praest (CDU) wollte wissen, ob für den Grundschulverbund unbedingt interaktive Bildschirme notwendig sind, die mit 89.250 Euro in der Anschaffung zu Buche schlagen würden, aber wie seitens der Schulvertreter erläutert wurde, bei ungünstigen Lichtverhältnissen von Vorteil wären. In dem Entwurf ist mit der Annahme kalkuliert worden, dass der Anbieter Regio-IT Wartung und Support übernimmt. Angesichts der Support-Pauschale, die 261,80 Euro jährlich pro Gerät betragen würde, erklärte Helge-Uta Rix (CDU): „Das schockt mich“. Markus Kriegel (SPD) sagte, dass er es für frech halte, dass der Support eines PCs genauso viel kosten solle wie der eines iPads. „Wir werden gucken, welche Alternativen es

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