In der heißen Phase packen alle mit an
Bild: Nienaber
Arbeiten Hand in Hand, damit dem Umzug des Awo-Kindergartens am Samstag, 13. Juni, nichts im Wege steht: Jonas, Einrichtungsleiterin Sara Jakob, Astrid Kleineheinrich, Nils, Emily, Felix, Maren Tigges, Mateo und Heike Kranz (v. l.).  
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Die Vorbereitungen dafür laufen seit Wochen auf Hochtouren. Es ist etwas wuselig auf der Baustelle. Kurz vor dem großen Tag wird im künftigen Kindergarten an allen Ecken gesägt, geschraubt und gehämmert, was das Zeug hält. Schließlich soll rechtzeitig zum geplanten Einzugstermin alles fertig sein. „Sollen wir in die Arbeitsplatte ein 100er-Loch schneiden, damit da die Kabel durchgelegt werden können?“, fragt ein Handwerker die Einrichtungsleiterin und zeigt dabei auf die gerade erst eingebaute, noch völlig unversehrte Arbeitsplatte der neuen Küche. „Ich sag’ einfach mal ‚ja‘. Das benötigen wir früher oder später auf jeden Fall“, antwortet Sara Jakob – und hat damit eine weitere von etlichen Entscheidungen getroffen, die es im Zuge des Umzugs quasi zwischen Tür und Angel zu fällen gibt.

Es sei schon ein Riesenunterschied, ob man im Privaten umzieht oder beruflich mit einem ganzen Kindergarten im Schlepptau auf Reise geht, sagt Sara Jakob. Der Vergleich hinke schon mit Blick auf die Logistik. Es müsse nämlich von allem ein bisschen mehr in Kisten und Kartons gepackt werden, als man es von Standard-Haushalts-Umzügen her kenne, sagt die Awo-Mitarbeiterin. Hinzu käme, dass für die künftige Heimat der „Abenteurer“ viele Einrichtungsgegenstände neu beschafft wurden, die derzeit im Neubaugebiet im Herzen der Gemeinde tagtäglich angeliefert werden. „Es vergeht eigentlich kein Moment mehr, an dem kein Lkw vor dem Gebäude steht“, unterstreicht Sara Jakob.

Sondereinsatz „Schleppen“

„Zwischendurch herrscht immer mal wieder etwas Chaos. Das Schöne ist aber auch, dass man einen solchen Umzug anders als einen privaten nicht allein stemmen muss“, betont die Erzieherin. Das ganze Team packe mit an und opfere mitunter auch mal etwas Freizeit, damit in der kommenden Woche alles glatt geht. Selbst die Jungen und Mädchen hätten ihren Beitrag geleistet und eigene „Umzugskartönchen“ gepackt. Und auch Eltern stünden tatkräftig zur Seite, wenn es ums Mithelfen geht. Von den fünf Hausmeistern des Einrichtungsträgers, die am Stichtag einen Sondereinsatz „Schleppen“ absolvieren, ganz zu schweigen.

Von dem Stress hinter den Kulissen bekommen die Kinder des „Abenteuerlands“ nichts mit. „Der Betrieb läuft wie gewohnt weiter“, sagt Sara Jakob, die sich trotz der Unterstützung von Team und Eltern manchmal wünscht, die Zeit anhalten zu können, um sich ein bisschen Luft für Entscheidungen und Rückfragen zu schaffen. Lediglich in der ganz heißen Phase des Umzugs, am Donnerstag und Freitag vor dem „Showdown“ am Samstag, 13. Juni, bleibt die Einrichtung geschlossen. Am Montag, 15. Juni, soll es dann losgehen im neuen Gebäude. „Genau rechtzeitig zum Schlaffest der Schulkinder“, freut sich Sara Jakob.

Dass das Projekt „Neue Heimat für den Kindergarten“ seine Schatten vorauswirft, zeigen die Anmeldezahlen für den Awo-Kindergarten. Obwohl es eine zusätzliche Gruppe geben wird, sind nahezu alle Plätze belegt. Für den U3-Bereich gebe es sogar eine Warteliste, erläutert die Einrichtungsleiterin. „Es ist wie mit einem neuen Kleid. Anfangs ist es schön und reizvoll, aber irgendwann lässt das Interesse wieder nach“, meint Sara Jakob. Sie rät Eltern daher generell, bei der Kindergartenwahl für die Jüngsten auf die Konzepte der verschiedenen Einrichtungen zu achten. Das werde sich am Kindergarten der Arbeiterwohlfahrt nicht ändern. „Beständigkeit ist uns wichtig. Wir wollen schließlich nicht bei Null anfangen.“

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