Investor will 165-Meter-Windrad bauen
Bild: dpa
Ein Schwertransport wie der auf unserem Bild könnte durch die Gemeinde rollen, wenn ein Investor sein geplantes Windrad errichten darf. Dafür müsste allerdings die derzeit noch im Flächennutzungsplan bestehende Höhenbegrenzung von 100 Metern fallen.  
Bild: dpa

Die Errichtung weiterer der bis zu 200 Meter hohen Anlagen könnte der Gemeinde noch reichlich Gegenwind ins Gesicht blasen, wie im Rahmen der jüngsten Bauausschusssitzung am Donnerstagabend deutlich wurde. Erbost verließen mehrere Zuhörer den Saal, die das Thema nicht auf der langen Bank, sondern öffentlich diskutiert sehen wollten. Doch daraus wurde nichts: Nach einer 90-minütigen vorgezogenen nichtöffentlichen Sitzung waren die Bürgervertreter einmütig zu dem Entschluss gekommen, den Sachverhalt erst einmal fraktionsintern zu beraten, „bevor man sich hier um Kopf und Kragen redet“, wie Ausschussvorsitzende Helge Rix erläuterte. Zu viele Dinge seien noch zu klären, ohne die eine öffentliche Diskussion nicht zielführend sei.

Der Anlass, warum das Thema überhaupt auf der Tagesordnung stand, war gleichwohl brisant: Wie es der Ausschussvorlage zu entnehmen war, hat sich ein Investor an die Gemeinde gewandt, der beabsichtigt, innerhalb des Konzentrationsgebiet „Im Lau“ – wo sich bereits zwei der modernen Windmühlen drehen – eine 165 Meter hohe Anlage zu errichten. Aus diesem Grund wurde von ihm beantragt, den Flächennutzungsplan hinsichtlich der aktuellen Höhenbeschränkung von 100 Metern zu ändern, mit dem Ziel, diese Marke ersatzlos zu streichen. Die Misere, vor der die Gemeinde nun steht, ist, ob dem Antrag stattgegeben und der Flächennutzungsplan hinsichtlich der Anlagenhöhe geändert werden sollte. Das käme aber einem Freifahrtsschein für vielleicht noch höhere als die bisher geplante Anlage gleich.

Eine weitere Überlegung könnte sein, so heißt es seitens der Verwaltung, eine komplette Überplanung des Gemeindegebiets zur Darstellung von Windkonzentrationszonen in Angriff zu nehmen. Dies wäre allerdings wesentlich aufwendiger. Nicht gut fahren würde die Gemeinde damit, weder das eine noch das andere zu tun. Die Beibehaltung der Höhenbegrenzung käme einer Verhinderungspolitik bezüglich des Themas Windenergie gleich – und eine Klage eines potenziellen Investors hätte gute Chancen auf Erfolg, die Gemeinde hätte sich das Ruder aus der Hand nehmen lassen. In der nächsten Bauausschusssitzung am Donnerstag, 27. November, soll das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen und öffentlich diskutiert werden.

SOCIAL BOOKMARKS