Jecke KFD feiert bei Windstärke elf
Bild: Wieneke
Von den Wogen des Frohsinns ließ sich die Crew des KFD-Karnevalsdampfers nicht irritieren. Die jecken Matrosen brachten die Stimmung in der Langenberger Mehrzweckhalle zum Sieden.  
Bild: Wieneke

Bevor es auf große Fahrt ging, wurden die in zumeist fantasievoll verkleideten Passagiere mit schwungvollen Showtänzen der drei Kindergruppen „Glitzer Girls“, „Heart Dancer“ und „Dream Dancer“ in ihrem Langenberger Heimathafen verabschiedet. „Leinen los“, hieß es dann unter dem Jubel der jecken Frauenschar.

Kapitän Doris Mersmann begrüßte die Ehrengäste an Bord und stellte die Crew mit Bernd Borgmann als Chef in der Kombüse sowie dem Sicherheitspersonal von Feuerwehr und DRK vor. Einmal in Fahrt, gab es kein Halten mehr auf dem KFD-Dampfer. Endlich im Narrenurlaub wähnte sich zum Beispiel ein schwer bepacktes Ehepaar, doch vor lauter Unsicherheit, ob etwa der Herd zuhause ausgeschaltet sei, hätten sie beinahe ihre Kinder vergessen. Derweil spielten sich im Bordcafé urkomische Szenen ab. Eine Frau von Welt wollte „ein Brot von gestern für morgen zum halben Preis“ vorbestellen, während eine außergewöhnliche Familie die Bedienung bei Großvaters Geburtstagsfeier zur Verzweiflung brachte. Sechs ältere Damen verrieten dem feiernden Publikum die Wirkung von dreimal täglich Eierlikör. „Die wahre Schönheit kommt von innen“, verriet eine.

Pfarrcomputer bietet Selbsttaufe an

Nicht aus dem Takt brachten die schäumenden Wogen des Frohsinns die „Candyboys“. Lautstark wurde nach ihrer Tanzshow eine Zugabe eingefordert. Als Gewinnerin einer Tombola hatte Passagierin Heike das große Los gezogen – auf sie wartete ein Roboter. Der schmeichelte ihr und war in jeder Lebenslage ein echter Kumpel. Doch ihr Glück endete nach einem fatalen Eingabebefehl jäh. Im Zeitalter echten Priestermangels erlebten die jecken Frauen die erste Taufe an Bord, während Lisbeth beklagte, dass ihr Enkel schon Brötchen holen könne, obgleich er das Sakrament noch nicht empfangen habe. Hilfe bei der „Selbsttaufe“ bot der Pfarrcomputer von St. Lambertus – das närrische Traumschiff kam vor Begeisterung mächtig ins Schwanken, zumal die „Village People“ und eine Schwarzlicht-Show die Stimmung auf den Siedepunkt brachten.

Schützenvogel auf Diät

Den umjubelten Schlussakkord bot das „Heute Journal“ der Langenberger KFD. Mit scharfem Blick und spitzer Zunge wurde über lokale Ereignisse und Ärgernisse berichtet. Archäologische Funde etwa seien der wahre Grund dafür, dass die Baustelle an der Hauptstraße länger als der Bau einer Autobahn dauere. Spätestens 2025 solle die Verkehrsader freigegeben werden. Aus sicheren Kreisen habe die KFD-Redaktion zudem erfahren, dass der Langenberger Schützenvogel auf Diät gesetzt werde. Johannes Hecker gehe daher als letzter „dicker König“ in die Annalen ein. Es sei zudem zu befürchten, dass demnächst nur noch ein halbes Hähnchen die Vogelstange ziert. Das könnte bereits beim ersten Schuss Beute von Pastor Olaf Loer werden. Anwärterinnen für das Königinnen-Amt seien bereits bekannt.

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