Junge Mutter managt den Klimaschutz
Foto: Gemeinde Langenberg
Im Rathaus der Gemeinde haben Bürgermeisterin Susanne Mittag (l.) und ihr allgemeiner Vertreter, Kämmerer Dirk Vogt, Esther Martinko als Klimaschutzmanagerin begrüßt.
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Hierzulande ist die Marschrichtung klar: Provokante Einzelgänge wie der Ausstieg der USA aus dem im Konsens erstellten Pariser Abkommen dürfen nicht dazu führen, dass mit weniger Anstrengung agiert wird. Ziel bleibt, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen. 

„Nun liegt es in der Verantwortung von uns allen“

Die Möglichkeiten, auf kommunaler Ebene Weichenstellungen zu vollziehen, sind vielfältig. Entsprechende Maßnahmen zu koordinieren, dafür in der Gesellschaft zu werben und deren Umsetzung zu begleiten, ist seit einigen Tagen Aufgabe von Esther Martinko. Sie ist neuerdings Langenbergs Klimaschutzmanagerin. Als Fachkraft für Nachhaltigkeit in der Gemeinde möchte Martinko, die selbst einen kleinen Sohn hat, eigenen Worten nach daran mitwirken, „dass alle künftigen Generationen die Möglichkeit haben, unbeschwert in einer intakten Umwelt aufzuwachsen“. 

„Während des totalen Lockdowns der Corona Pandemie war vielerorts gut zu erkennen, dass diese Pause der Natur guttat. Das Wasser in den Kanälen von Venedig war plötzlich wieder klarer, und es waren am Abendhimmel mehr Sterne deutlich zu erkennen. Nun liegt es in der Verantwortung von uns allen, der Umwelt eine dauerhafte Erleichterung zu verschaffen“, sagt Esther Martinko. 

Von welcher Bedeutung eine intakte Umwelt und eine begrenzte Erderwärmung für den Planeten und seiner Bewohner sind, ist der 33-Jährigen aber nicht erst seit der Geburt ihres Sohns oder seit Beginn der Corona-Krise deutlich geworden. Auf ihrem beruflichen Werdegang hat sie sich viel Zeit genommen, das Thema von allen Seiten zu beleuchten. 

Nach ihrem Abitur studierte Esther Martinko zunächst an der Technischen Fachhochschule in Bochum Bergbautechnik und Rohstoffingenieurwesen. Im Anschluss war sie bei einem weltweit kooperierenden Schachtbau-Unternehmen angestellt. Während dieser Tätigkeit absolvierte die junge Mutter berufsbegleitend ihren internationalen Master mit der Fachrichtung Umwelt- und Qualitätsmanagement. Ihre Beschäftigung im Bergbau und das Masterstudium ließen den Fokus immer stärker auf den Klimaschutz richten.

Ziele darstellen und Wege dorthin aufzeigen

Die Hauptaufgabe von Esther Martinko wird zunächst sein, ein für die Gemeinde Langenberg zugeschnittenes Klimaschutzkonzept zu erstellen. „Dieses soll die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele und Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen darstellen und somit auf lokaler Ebene zur Erreichung der nationalen Klimaschutzziele beitragen“, erläutert Bürgermeisterin Susanne Mittag. Das Klimaschutzkonzept wird unter Beteiligung von Politik, Bürgerschaft und Verwaltung erstellt und beinhaltet eine Energie- und Treibhausgasbilanz, eine Potenzialanalyse, Minderungsziele und einen Maßnahmenkatalog. 

Zu den weiteren Aufgaben zählen die Koordination der Klimaschutz-Aktivitäten der Gemeindeverwaltung und der Vernetzung der beteiligten Parteien vor Ort. Des Weiteren wird die 33-Jährige durch Öffentlichkeitsarbeit, Information, Moderation, Sensibilisierung und Mobilisierung die Umsetzung des Gesamtkonzepts und einzelner Klimaschutzmaßnahmen unterstützen und initiieren.

Gefördert werden das Klimaschutzkonzept und das Klimaschutzmanagement durch den Bund mit 65 Prozent der entstehenden Kosten im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative. Initiator ist das Bundesumweltministerium, das seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten, unterstützt. Ziel ist es, Klimaschutz vor Ort zu verankern. Die Einstellung der Klimaschutzmanagerin geht auf einen Antrag der Bündnisgrünen zurück.

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