Knochen  auf „Altem Friedhof“ freigelegt
Archivbild: Nienaber
Idyllisch: Bevor die Baumaßnahme der Hauptstraßensanierung den Bereich des „Alten Friedhofs“ erreicht hatte, fristete die Grünfläche ein Dasein in wohltuender Stille.  
Archivbild: Nienaber

Diese waren vermutlich bei oberflächennahen Erdarbeiten am „Alten Friedhof“ und anschließendem Starkregen freigelegt worden. Mittlerweile sind die sterblichen Überreste geborgen worden.

Schädelfragmente, Beinknochen und andere knöcherne Splitter: Erst bei genauerem Hinsehen waren die Fundstücke als Teile des menschlichen Skeletts zu erkennen. Nur so kann sich Bauamtsleiter Dirk Vogt auch erklären, dass die Knochen mehrere Tage lang in der Langenberger Erde ein Dasein fristen konnten, ohne dass sich jemand im Rathaus oder bei der Kirchengemeinde gemeldet habe. „Dass die Baumaßnahme teils auf sensiblem Grund stattfindet, ist schließlich allen bewusst“, erläuterte Vogt im Gespräch mit der „Glocke“.

Dementsprechend seien auch das beauftragte Unternehmen und der Kreis Gütersloh angewiesen, derartige Funde sofort anzuzeigen. „In einer solch geringen Tiefe hätten wir allerdings nie damit gerechnet“, betonte der Fachbereichsleiter. Bislang sei nur im Randbereich der früheren letzten Ruhestätte der katholischen Kirche gearbeitet worden, und das auch nur in den oberen Erdschichten. Schweres Gerät wie Bagger und Co. kam laut Vogt nicht zum Einsatz.

Um respektvollen Umgang bemüht

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Funds am Montag hatten sich Verwaltung und Kirche der Sache angenommen. Zusammen mit Reinhard Mense, Technischer Mitarbeiter im Rathaus, und Dirk Vogt stattete Pastor Olaf Loer der Fundstelle einen Besuch ab. Sie bargen die im Schmutz liegenden Knochen und durchsuchten den Boden in unmittelbarer Nähe nach weiteren Überresten menschlichen Lebens. „Wir haben alles, was wir gefunden haben, in einer Schachtel zusammengetragen“, betonte der Geistliche, der wie die Rathausmannschaft um einen respekt- und pietätvollen Umgang mit dem Fund bemüht ist. Die Skelettfragmente sollen nun auf dem neuen Friedhof bestattet werden. Dies schreibe schon allein die Friedhofssatzung vor, betonte Vogt.

Weder dem beauftragten Unternehmen noch dem Kreis Gütersloh als bauaufsichtshabende Behörde sei ein Vorwurf zu machen, waren sich Mense und Vogt am Montag einig. Allerdings hätten sich beide gewünscht, dass sich die Bürger, denen die Knochenteile aufgefallen waren, unmittelbar im Rathaus oder bei der Kirchengemeinde gemeldet hätten.

SOCIAL BOOKMARKS