Langenberg geht ans Glasfasernetz
Bild: Nienaber
Mit dem Breitbandausbau sollen in Langenberg die Zeiten des Schneckentempo-Internets ein Ende haben. Geschwindigkeitstests dürften dann erfreulicher ausfallen als der auf dem Bild.  
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Dies teilte das Unternehmen gestern in einer Presseinformation mit. Details zu den Ausbaugebieten und zeitlichen Planungen wurden noch nicht genannt. Es seien nur noch Formalien zu klären, heißt es seitens der BBV weiter. Rabattaktionen am laufenden Band, ein neuer Stichtag für besondere Vertragskonditionen nach dem anderen, das Heruntersetzen der Mindestabnehmerzahl: Ideenlosigkeit konnte man der BBV bei der Vermarktung des pfeilschnellen Internets nicht vorwerfen. Dennoch sah es lange Zeit so aus, als ob Langenberg ein weißer Fleck in der Glasfaserverbreitungskarte bleiben würde. Zu groß war die Skepsis gegenüber der neuen Technik, zu gering der Bedarf bei den Bürgern.

Dass es Monate nach dem ursprünglichen Stichtag 31. Dezember doch noch dazu kommt, dass im Südzipfel des Kreises Breitband-Internet ausgebaut wird, lag wohl vor allem an dem Einsatz heimischer Politiker, Vereinsvertreter und Gewerbetreibender. Das weiß auch die BBV und informiert: „Dank der tollen Unterstützung vieler Bürger sowie des besonderen Engagements seitens der Bürgermeisterin, der Kommune, Politik und des Gewerbevereins sind inzwischen genügend Verträge durch Privat- und Geschäftskunden eingegangen, die einen wirtschaftlichen Ausbau unsererseits rechtfertigen.“ Die noch offenen formalen Fragen wolle das Unternehmen gemeinsam mit der Gemeinde in den beiden Wochen nach Ostern klären, betont Wolfgang Ruh, Vertriebsleiter der BBV Deutschland. Dabei könnte es sich nicht zuletzt um die Klärung der Frage handeln, wie groß die Summe sein soll, die die Gemeinde in das Projekt steckt.

Nach „Glocke“-Informationen reichen die inzwischen mehr als 800 Verträge zwar aus, um den Ausbau unter wirtschaftlichen Aspekten zu rechtfertigen – allerdings gilt dies nur für Straßenzüge, die eine gewisse Vertragsdichte vorzuweisen haben. Weil aus dem Rathaus der Wunsch geäußert wurde, doch das gesamte Gemeindegebiet ans Glasfasernetz anzuschließen, muss eine Wirtschaftlichkeitsdeckungslücke geschlossen werden. Nach Informationen der „Glocke“ hat der Rat darüber bereits mehrmals in nichtöffentlicher Sitzung diskutiert.

„Glasfaser ist für die Zukunft unverzichtbar, deshalb haben wir dieses Projekt ohne Wenn und Aber mit allen Kräften unterstützt. Daher freue ich mich heute besonders, dass es letztlich geklappt hat“ – so wird der Vorsitzende des Gewerbevereins Langenberg, Franz-Josef Kühmann, in der Presseinformation zitiert. Die Interessengemeinschaft der heimischen Gewerbetreibenden hatte in den vergangenen Monaten intensiv die Werbetrommel für das Projekt gerührt und finanzielle Unterstützung gegeben. Unter anderem wurde eine Großspende von drei Langenberger Firmen für Vertragssubventionen genutzt. Der Einsatz der Vereinsmitglieder und des Vorstands hat sich am Ende bezahlt gemacht. Allein 244 Neukunden sind nach „Glocke“-Informationen auf die Initiative zurückzuführen.

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