Maria Olthoff: Hilfe zur Selbsthilfe
Den Frühgeborenen soll durch Archemed geholfen werden. Einige Brutkästen hat die Lippstädter Organisation nach Afrika geschafft.

 „In den Krankenhäusern fehlt es oft am Notwendigsten wie sauberen Matratzen, Strom oder fließend Wasser“, weiß Maria Olthoff.

Einsatz in Keren

Die 54-jährige Benteleranerin arbeitet als Intensivschwester im Evangelischen Krankenhaus in Lippstadt und reiste im Frühjahr erstmals für zwei Wochen nach Eritrea, um ehrenamtlich dort zu arbeiten. Im kommenden Jahr möchte sie wieder dorthin. Gemeinsam mit einer Gruppe von Ärzten und Krankenschwestern unterstützte Maria Olthoff in Keren, einer Stadt im Norden des Landes, den Aufbau einer Neugeborenenstation des örtlichen Krankenhauses. Für die mehr als 2000 Geburten jährlich gab es bisher keinen separaten Bereich. Von einer ausreichenden Betreuung ganz zu schweigen. „Archemed – Ärzte für Kinder in Not“ lautet der Name des Vereins, in dem sich Maria Olthoff ehrenamtlich engagiert. Medizinische und humanitäre Hilfe für Kinder in Entwicklungsländern und Krisenregionen zu leisten, ist das Ziel des Zusammenschlusses mit Sitz in Soest. „In Eritrea sterben junge Mütter häufig während oder kurz nach der Geburt.

Hohe Sterblichkeitsquote

Auch die Kindersterblichkeit ist aufgrund fehlender Versorgung sehr hoch. Durch unsere Arbeit wollen wir das ändern“, sagt auch Gisela Schriewersmann. Die Rietbergerin arbeitet ebenfalls als Krankenschwester in Lippstadt und reiste zweimal nach Keren. Außer der Versorgung mit medizinischer Ausrüstung wie Brutkästen oder Untersuchungsinstrumenten setzt Archemed vor allem auf die Ausbildung der Schwestern und Ärzte vor Ort. „Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto. Was nützt es, wenn die neue Station über moderne Geräte verfügt, sie aber keiner bedienen kann?“, verdeutlicht Olthoff den Zweck der Reise. Bisher sind die meisten Ärzte und Pflegerinnen nur während einer kurzen Zeit angelernt worden und haben kaum Kenntnisse über den richtigen Umgang mit Neugeborenen. „Dass Händewaschen zur Vermeidung von Infektionen unerlässlich ist, wissen viele noch nicht. Wir haben Ernährungspläne erstellt, denn Neugeborene brachen besondere Pflege“, ergänzt Maria Olthoff. Auch Hilfspakete mit Decken, Wäsche und Medikamenten brachte das Team mit nach Eritrea.

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