Mehrkosten um 47 Prozent gedrückt 
Die Glenne in Benteler: Frühjahr 2107, so lautet der neue Termin für den Beginn der geplanten Renaturierung.

„Die Leute warten jetzt darauf“, freuen sich Stefan Sibilski und Henrik Egeler von der Abteilung Tiefbau der Kreisverwaltung darüber, dass Auseinandersetzungen über die Renaturierungspläne mit den Anliegern längst kein Thema mehr sind. Jetzt liegt eine neue Kostenkalkulation vor: 1,7 Millionen Euro. Davon muss der Kreis 20 Prozent finanzieren. Die reinen Baukosten betragen 1,5 Millionen Euro.

Zuletzt ging es noch einmal ums liebe Geld, und zwar nur darum, wie Sibilski im Gespräch mit der „Glocke“ erläuterte. An dem mit Landwirten und Behörden abgestimmten System des Ausbaus ändere sich nichts. Um 850.000 auf 2,1 Millionen Euro waren die Kosten für diese seit 2012 in Planung befindliche Maßnahme gestiegen, als nach Vorliegen des Bewilligungsbescheids ein Ingenieurbüro die Ausführungsplanung mit Summen hinterlegte. Bis dahin hatte es sich um geschätzte, nicht aufgrund von Fakten ermittelte Werte gehandelt, wie Sibilski betonte. Der Sachgebietsleiter Kultur- und Wasserbau zog die Reissleine.

Jetzt wurden im Kreisumweltausschuss neue Zahlen präsentiert. Und das Einsparpotential ist erheblich: 47 Prozent der Mehrkosten haben die Fachleute der Kreisverwaltung wieder herausgerechnet, und zwar ohne die Funktionalität einzuschränken. Es sei jetzt kein „Mercedes“ mehr, wie Henrik Egeler spitz formulierte. Im guten Mittelklasseauto kommt man auch ans Ziel.

Eine Reihe von Einzelmaßnahmen konnten zurückgefahren werden. Lose gesetzte statt in Mörtel eingebettete, aufwändige Spundwände nur dort, wo sie unverzichtbar sind, eine niedrigere, aber funktionale Steilwand für die Eisvögel – dies sind nur wenige Beispiele, mit denen die Kosten reduziert werden konnten. Kein Einsparpotential hat es hingegen bei der Sohlgleite gegeben, mit denen Fischen das Wandern die Glenne und den Schwarzen Graben hinauf ermöglicht werden soll.

Rund 340.000 Euro, 90.000 mehr als ursprünglich „geschätzt“, muss der Kreis bereitstellen. 1,36 Millionen Euro wird das Land übernehmen. Mündlich zugesagt seien die zusätzlichen Fördermittel bereits, informierten die Kreisfachleute, gleichwohl könne es erst losgehen in Benteler, wenn der neue Bescheid auch vorliege.

Und wenn die Bagger dann anrollen, wird das über die Fechtelstraße geschehen. Von der B 55 aus wird es keine Zufahrt zur „Naturbaustelle“ geben.

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