Meldeverfahren schützt vor Manipulation
Bild: Inderlied
Aufpasser: Wahlamtsleiter Peter Schaumburg achtete auch bei den Briefwahlumschlägen penibel darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht. Weil Manipulationen nicht ausgeschlossen werden können, musste der Rathausmitarbeiter gestern länger als bei der vorigen Bundestagswahl arbeiten.
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„Es wird ein langer Tag. Ich tippe, dass ich bis 23 oder 24 Uhr im Rathaus sein werde“, sagt der Gemeinde-Fachbereichsleiter, der gleichzeitig auch als Wahlamtsleiter fungiert. Die Nachrichten von Wahlmanipulationen in den USA und das Munkeln, dass der russische Geheimdienst ähnliches in Deutschland versuchen könnte, haben die Politik aufgerüttelt. Weil die Bundesregierung und der Bundeswahlleiter die Angriffe von Hackern, die die Ergebnisse möglicherweise manipulieren könnten, nicht ausschließen, werden diese an bundesweit neben der üblichen Weitergabe über ein internetbasiertes EDV-Programm auch ganz altmodisch über eine Tabellenkalkulation gemeldet. „Wichtig ist, dass diese Liste nicht im Netz steht, sondern autark arbeitet“, erklärt Schaumburg. „Dadurch kann sie nicht gehackt werden.“

Ansonsten ist das Verfahren identisch wie vor vier Jahren: Nach der Schließung der Wahllokale um 18 Uhr zählen die Helfer in den Wahllokalen die Stimmen aus. Dafür rechnet Schaumburg ein bis zwei Stunden ein. Das Ergebnis meldet dann der Wahllokalleiter telefonisch direkt an Schaumburg. Gleichzeitig werden die Umschläge der Briefwähler ausgewertet. Insgesamt haben bis Sonntagmorgen 1379 Bürger ihre Stimme per Post abgegeben. Der 54-jährige Gemeindemitarbeiter gibt die Ergebnisse anschließend an den Kreiswahlleiter im Landratsbüro in Gütersloh weiter. Das Prozedere wird wohl mindestens eine Stunde länger dauern, bis erste Schnellmeldungen an die Öffentlichkeit gelangen. Für ein ordnungsgemäßes Ergebnis nimmt der Langenberger Wahlamtsleiter die Überstunden aber gern in Kauf. „Sicherheit geht vor Schnelligkeit, das ist das Motto dieser Bundestagswahl“, erinnert Schaumburg.

Sollte es dennoch Ganoven gelingen, die Ergebnisse der Bundestagswahl zu manipulieren, dürfte das nach Ansicht von Peter Schaumburg keine großen Auswirkungen auf das Gesamtergebnis haben. „Dafür ist Langenberg zu klein“, erklärt der 54-jährige Fachbereichsleiter. Anders wäre es, wenn dies in Ballungszentren wie Berlin oder Köln passiere. „Wenn dieser Bereich gehackt wird, wirkt sich das vielleicht in ein paar Prozentpunkten aus“, ist sich Schaumburg sicher. Bis Mitte der Woche heißt es dann, auf Rückmeldung aus dem Gütersloher Kreishaus zu warten. Denn von dort käme das Kommando, dass bei etwaigen Unstimmigkeiten neu ausgezählt werden müsste. „Wenn ich bis Mittwoch nichts gehört habe, kann ich mich zurücklehnen und sagen, dass alles korrekt abgelaufen ist“, hofft Schaumburg.

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