Melodien, die im Ohr kleben bleiben
Bild: Nienaber
Volles Haus: Nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne tummelten sich beim Konzert der Band „Honig“ viele Musikfreunde. Zur Zugabe „Golden Circle“ holten sich Stefan Honig (2. v. l.) und seine Mitstreiter die drei Mañana People zur Unterstützung ans Mikro.  
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Vom Honig um den Mund schmieren, könnte man sprechen, oder von Melodien, die so süß sind, wie es sonst nur das Naschwerk der Bienen zu sein vermag. Oder von Texten, die in den Ohren kleben bleiben, wie die goldene Zuckermasse an den Fingern beim Frühstück. Aber Vorsicht: Die Düsseldorfer von „Honig“ auf ihren Bandnamen zu reduzieren, wäre falsch.

Das haben Frontmann Stefan Honig und seine musikalischen Mitstreiter Martin Hannaford, Felix Hornung, Philipp Janzen und Olivia Sawano bei ihrem Tourstopp im beschaulichen Langenberg eindrucksvoll bewiesen. Was da auf der Bühne des Kulturgüterbahnhofs (KGB) zu hören und zu sehen war, lässt sich wahrlich schwer mit wenigen Worten beschreiben. Denn waren die ersten musikalischen Gehversuche des Bandgründers Stefan unter der Marke „Honig“ noch von einer reduzierten Leichtigkeit und klassischem Singer-Songwritertum geprägt, ist die Musik mittlerweile derart facettenreich und von einem Ensemblecharakter geprägt, das einem beim Zuhören angst und bange werden könnte – im besten Wortsinn.

Dass die Songs des aktuellen Albums „The Last Thing The World Needs“ live ebenso wie auf Platte eine derartige Klangfülle an den Tag legen, könnte der Tatsache geschuldet sein, dass „Honig“ ein eingespieltes Team ist, fünf Musiker, die sich ob ihres jungen Alters teils schon seit 20 Jahren kennen und schätzen. Dennoch haben sie sich anderthalbjahre Zeit gelassen, Pop-Perlen wie „Avalanche“, „Under Your Thumb“ oder „Boulders“ soweit zu entwickeln, dass sie sich am Dienstag wie dicht gewobene Klangteppiche über die Köpfe der Langenberger legen.

Die Stimme Stefan Honigs, der seine Karriere am Mikro verschiedener Hardcore-/Metal-Bands begann, ist in den vielschichtigen Gefügen, die die Band und insbesondere Multiinstrumentalistin „Livy“ Sawano (Keyboard, Synthesizers, Glockenspiel, Akkordeon, Banjo, Trommel) passgenau zusammensetzen, der ruhende Anker – kraftvoll, aber dennoch wohlig-warm, immer präsent, ohne sich durch vokalakrobatische Verrenkungen in den Vordergrund schieben zu wollen. Für die Zugabe im KGB holt sich der 39-Jährige, der das Ostwestfälische kennt und mag (Honig: „Die Großeltern meines Kinds wohnen in Verl“), dennoch Unterstützung ans Mikro. Zusammen mit den Mañana People, die das Konzert in Langenberg eröffneten, verabschieden sich die Düsseldorfer mit „Golden Circle“ von ihrem Publikum.

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