Michael Beerhues regiert Antoniusschützen
Bild: Nienaber
In Jubelstimmung präsentierte sich Michael Beerhues nach seinem finalen Treffer beim Vogelschießen in Benteler. Das Bild zeigt den neuen Regenten der Schützenbruderschaft St. Antonius auf den Schultern von Norbert Knüwer und Rolf Hoffmeister (r.).  
Bild: Nienaber

Mit seinen 58 Jahren – 40 davon in den Reihen der Benteleraner Bruderschaft – gehört Michael Beerhues sicher zu den routinierteren Schützen im Langenberger Ortsteil. So eine Saison wie die laufende hat der Maschinenbauingenieur aber noch nicht erlebt. Erst vor wenigen Wochen war er zum Major befördert worden, keine zwei Stunden vor seinem finalen Treffer am Sonntag wurde ihm der Hohe Bruderschaftsorden verliehen. Mit seinem Königsschuss krönte er die Beerhues-Festwochen mit nur einem Fingerzeig. Zu seiner Königin wählte der neue Regent Lebensgefährtin Elisabeth Lohmann, die in Ahaus als Gynäkologin praktiziert.

Das Ringen um die Königswürde hatte sich nach einer wetterbedingten Verzögerung anfangs noch als zügiges Rupfen des stolzen Aars erwiesen. Kaum fünf Kleinkaliberschüsse brauchte es, bis Dirk Heimeier, scheidender König und Vogelbauer in Personalunion, dem Tier die Krone entriss. Dann aber tat sich unter der Vogelstange lange Zeit erst einmal nichts mehr, bis Tobias Große-Wietfeld mit der 56. Gewehrladung zunächst das Zepter und kurz darauf Christian Beerhues den Apfel ergatterten. Marc Eustrup war es schließlich, der sich mit einem gezielten Treffer den rechten Flügel sicherte.

Spannender Mehrkampf

Von dem zu diesem Zeitpunkt noch spannenden Mehrkampf unter dem Kugelfang war anschließend nicht mehr viel zu spüren. Einzig Christian Beerhues fasste sich noch ein Herz und zielte auf das Objekt der Begierde. Das konnte Namensvetter Michael nicht auf sich sitzen lassen. Kurzentschlossen versetzte der Routinier dem Holzvogel einen Treffer nach dem anderen. Als Konkurrent Christian Beerhues nach dem Erringen des linken Flügels sowie des Vogelschweifs seinen Platz in der Favoritenliste freimachte, lag es an dem 58-Jährigen, das Werk zu vollenden. Mit dem insgesamt 234. Schuss machte Michael Beerhues dem zuvor so königlichen Federvieh endgültig den Garaus.

Im wahrsten Wortsinn Schützenhilfe hatten die Titelaspiranten beim Vogelschießen der Schützenbruderschaft St. Antonius Benteler von einem bekommen, der sich auskennt. Goldjungschützenkönig Bernhard Schomacher hatte seinen Platz unmittelbar am Schießstand bezogen und lieferte zusätzlich zu jedem lieben Lob an die antretenden Schützen einen guten Tipp hinterher. Einen zügigen Wettkampf konnte er dadurch aber nicht herleiten. Erst um 19.17 Uhr, und somit deutlich später als zunächst geplant, segelte der zuvor noch prächtige Holzvogel aus der Tischlerwerkstatt von Dirk Heimeier wie ein Stein zu Boden.

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