Mit Einsatz Hoffnung nach Afrika bringen
Bild: Hövelmann
Am 28. April 2019 wird Saskia Kraft nach Guinea in Westafrika reisen. Dort arbeitet die Zahnmedizinische Fachangestellte für drei Wochen auf dem Hospitalschiff „Africa Mercy“.
Bild: Hövelmann

Dort wird die Zahnmedizinische Fachangestellte auf dem Hospitalschiff „Africa Mercy“ Dienst tun.

„Ich freue mich wahnsinnig auf die neue Herausforderung“, betont die 29-Jährige. Auch wenn bis dahin noch einige Monate vergehen, läuft die Planungsphase bereits auf Hochtouren. Ob Formulare ausfüllen oder Referenzen einholen – „es gab bereits einiges zu tun“, sagt Kraft.

Ihren genauen Einsatzbereich kennt die 29-Jährige bisher noch nicht. Fest steht: Als Zahnmedizinische Fachangestellte kann sie auf dem Schiff sowie in der mobilen Zahnklinik zum Einsatz kommen. Dabei stehen nicht nur Behandlungen auf dem Plan. Ziel ist es laut der Organisation Mercy Ships, die allgemeine Mund- und Zahnhygiene in Guinea durch Schulungen zu verbessern. Damit dies gelingt, würden zum Beispiel Fortbildungen für das einheimische Personal angeboten. „Das Gesundheitssystem dort lässt sich mit unserem nicht vergleichen“, stellt sie heraus. „Ich bin gespannt, was mich erwartet.“

Mit Einsatz den Menschen etwas zurückgeben 

Mit ihrem humanitären Hilfseinsatz möchte die gebürtige Langenbergerin vor allem eines: den Menschen etwas zurückgeben. „Uns geht es in Deutschland gut. Dafür sollten wir dankbar sein“, stellt sie heraus. Viele Bundesbürger neigten dazu, ihre Lebensumstände als zu selbstverständlich hinzunehmen. Das finge schon bei alltäglichen Dingen an: „Wenn ich den Wasserhahn aufdrehe, kommt sauberes Wasser heraus“, sagt sie. „In Entwicklungsländern wie Guinea haben die Menschen im Idealfall ein Dach über dem Kopf. Sie schlafen auf Lehm- oder Steinböden und haben eben kein sauberes Trinkwasser. Und trotzdem sind sie glücklich.“

Hand in Hand wird Saskia Kraft mit ihren internationalen Kollegen zusammenarbeiten. Denn sie alle eint ein Ziel: aus Nächstenliebe Hoffnung und Heilung bringen – so wie es der Slogan der Organisation verspricht. „Ich freue mich unheimlich darauf, neue Menschen kennenzulernen und Kontakte weit über die Landesgrenzen hinaus zu knüpfen“, stellt sie heraus. Dass sie darauf nicht lange warten muss, ist gewiss: Denn in den Mehrbettkabinen an Bord wird die 29-Jährige Privatsphäre vergeblich suchen. Hört sich ganz so an, als ob der berufliche Erkenntnisgewinn vor allem auch ein ganz persönlicher wird.

„Ich war sofort begeistert“

Wie es der Zufall will: Beim Durchblättern einer beruflichen Fachzeitschrift war Saskia Kraft auf die Organisation Mercy Ships aufmerksam geworden. „Jetzt bewerben – ZM verlost Hilfseinsätze für Zahnmedizinische Angestellte“, stand über einem Bericht geschrieben. „Ich war sofort begeistert“, erinnert sich die 29-Jährige.

Zumal auch die Voraussetzungen stimmten: Englischsprachig, Berufserfahrung, Kenntnisse der zahnmedizinischen Instrumente und Vorgänge sowie eine Offenheit dafür, dass sich die christlichen Grundwerte in der Gemeinschaft an Bord widerspiegeln – hinter all diese Punkte kann Kraft einen Haken setzen. „Letzteres zeigt sich nicht zuletzt darin, dass ich seit Jahren bei den Langenberger Messdienern aktiv bin“, sagt sie. „Auch jetzt noch, obwohl ich seit Mai in Rheda-Wiedenbrück lebe.“

Der Tag, an dem Saskia Kraft die Zeitschrift in die Hände fiel, ist ihr noch gut im Gedächtnis: „Da gab es nämlich ein Problem. Gelesen habe ich den Aufruf am 30. März“, sagt sie. „Einen Tag später lief die Bewerbungsfrist ab.“ Viel Zeit zum Überlegen blieb folglich nicht.

Aus 24 Einsendungen zwei Umschläge gezogen

Als ihr Chef, der Rheda-Wiedenbrücker Zahnarzt Christian Grünewaldt, sein Okay gab, war die Entscheidung gefallen. „Noch am gleichen Abend habe ich Bewerbung, Lebenslauf und Motivationsschreiben abgeschickt“, betont sie. Einige Wochen später dann die Zusage: Aus 24 Einsendungen hatten die Verantwortlichen zwei Siegerumschläge gezogen. „Ich konnte mein Glück kaum fassen,“ sagt die 29-Jährige. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.“ Denn bisher war bei Ausschreibungen für sie nie das große Los dabei. Bis jetzt.

Nun werden die Kosten für Flug, Kost und Unterkunft übernommen. „Eigentlich wäre der Hilfseinsatz ein teurer Spaß“, sagt sie. Im Regelfall müssten die Ehrenamtlichen nämlich selbst für die Aufenthalte aufkommen.

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