Mit Fred und Carlotta die Krise meistern
Kreativ, lehrreich und unterhaltsam in Coronazeiten: Grundschullehrerin Margarete Reinberger hat auf der Internetseite des Grundschulverbunds Langenberg die Mitmachgeschichte „Fred und Carlotta“ verfasst. Die hier zu sehende Illustration stammt von der 17-jährigen Marie Halemeier. Mädchen und Jungen haben die Möglichkeit, ihre eigene Coronageschichte zu schreiben.

40 Kapitel, veröffentlicht im Internet,  sind inzwischen entstanden, bevor diese Woche in einem ersten Schritt die Viertklässler wieder auf die Schulbank zurückkehren dürfen. In der interaktiven Geschichte „Fred und Carlotta“ geht es um zwei Grundschulkinder, die seit den Schließungen der Bildungsstätten im Frühjahr diese außergewöhnliche Zeit auf ihre eigene Weise erleben.

Lehrerin schreibt 40 Kapitel

Die kreative Geschichtenschreiberin spricht die jungen Leser kindgerecht und auf vielfältige Weise an. So erlebt zum Beispiel die tierliebe Pferdenärrin Carlotta mit ihren kleineren Geschwistern zuhause verschiedene spannende Dinge. Sie erfährt, wie es ist, Maskenschneiderin zu werden, eine Murmelbahn zu basteln, bei einem „Megakonzert“ zur Europahymne zu musizieren, vom Reiten „in der Normalität“ zu träumen oder einen Gemüsegarten anzulegen. Der sportliche und wissbegierige Fred, der mit seinem Vater alleine wohnt und das Fußballspielen liebt, verbringt die Tage unter den coronabedingten Einschränkungen unter anderem damit, dass er anfängt, seiner Oma Frieda Briefe zu schreiben, er den Wunsch verspürt Comiczeichner zu werden, in seinem Zimmer mit Farbe experimentiert und einen Drachen bastelt.

 

Auch aktuelle Aspekte, die unter anderem das soziale Lernen betreffen, wie das „Homeschooling’“, der Kontakt zu Freunden und das „Danke sagen“ an helfende Menschen, greift die schreibende Pädagogin auf. Das Besondere an der Mitmachgeschichte: Sie lebt von den kreativen Ideen der Kinder, die täglich nach jedem Kapitel die Möglichkeit haben, ihren Beitrag zu senden, der auf der Internetseite des Grundschulverbunds Brinkmann-Schmedding Langenberg veröffentlicht wird. „Baue ein Flüstertelefon und spiele damit das Telefongespräch zwischen Oma Frieda und Fred nach“, lautet zum Beispiel eine der Ideen zu den jeweiligen Kapiteln. „Wie kannst du zuhause bei der Hausarbeit helfen? Fotografiere dich bei der Hausarbeit oder male ein Bild zu diesem Kapitel“, lautet eine andere.

Kinder werden zum Mitmachen angeregt

Die Anregungen, aktiv zu werden, bieten den Steppkes die Möglichkeit, zu verschiedenen Fächern und Themenfeldern zu lernen. Etwa im Bereich Deutsch, wenn sie ihre eigene Träume beschreiben, oder im sachkundlichen Feld, wenn sie über Tiere recherchieren. Wenn es darum geht, Skizzen eines Klassenraums und Sitzpläne anzufertigen, kommt die Mathematik ins Spiel und beim Aufbau und durchlaufen eines Geschicklichkeitsparcours’ sind sportliche Fähigkeiten gefragt. Damit nicht genug der Anregungen: Symbole wie den Regenbogen und Kerzen kennenlernen und gestalten (Religion) können die Mädchen und Jungen ebenso wie musizieren mit unterschiedlichen Gegenständen (Musik), Comics zeichnen und Masken schneidern (Kunst).

17-Jährige illustriert den Text

Angereichert wird die Mitmachgeschichte durch einen farbenfrohen Hingucker auf der Internetseite. Er zeigt die fünf Hauptpersonen der Erzählung. Die künstlerisch begabte siebzehnjährige Marie Halemeier hat die Illustration gefertigt. In ihrem Nachwort bereitet Margarete Reinberger, die Kinder darauf vor, dass selbst wenn nun die Viertklässler wieder in die Schulen kommen werden, der Lernalltag von sogenannter Normalität „noch meilenweit entfernt“ sein werde. Zugleich macht sie Mut. „Als ich anfing, diese Geschichten zu schreiben, habe ich nicht absehen können, wie lange diese Zeit dauern wird. Ich hatte euch versprochen, dass am Ende alles wieder gut wird. Und daran glaube ich nach wie vor. Irgendwann wird es wieder diese Freiheit geben, die Fred so liebt. Und es wird wieder die Gemeinschaft mit anderen geben, die Carlotta so schmerzlich vermisst. Wir werden uns wieder unbeschwert in die Arme nehmen dürfen, miteinander toben und große Veranstaltungen wie Fußballspiele und Partys erleben… Da glaube ich ganz fest dran“, schreibt die Autorin.

Lesestoff steht im Internet

Sie unterstreicht: „Diese Dinge sind sehr kostbar. Das dürfen wir niemals vergessen. Es liegt letztendlich an jedem Einzelnen von uns, wenn es an der Zeit ist, sie wieder zu pflegen und neu aufleben zu lassen.“ Die 40 Kapitel finden sich auf der Internetseite der Schule www.grundschulverbund-langenberg.de unter der Rubrik „Kinder & Eltern“ unter dem Reiter „Mitmachgeschichte“ zum Nachlesen. Zudem haben die Kinder die Möglichkeit, ihre eigene Fortsetzung der Fred-und-Carlotta-Geschichte zu schreiben oder sich ein weiteres Kapitel dazu auszudenken.

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