Mit Omas Kette auf die letzte Reise
Bild: Hospizgruppe
Als Diskussionsanreger hatte die Langenberger Hospizgruppe Musterkoffer gepackt, die mit schönen und Geschichten erzählenden Dingen gefüllt waren.
Bild: Hospizgruppe

Die Ergebnisse waren so vielfältig wie tiefgründig. Alte Koffer, deren Inhalt ungewöhnlich war, sowie unbeschriebene Postkarten mit dem Titel „Meine letzte Reise“ auf den umliegenden Tischen machten den einen oder anderen Besucher aufmerksam. „Das erleichterte ein erstes Gespräch“, betont Jürgen Adolf, Vorsitzender der Hospizgruppe. Eine behutsame Herangehensweise sei schließlich von großer Bedeutung. „Der lockere Rahmen auf dem Antoniusfest hatte eine erste Hürde genommen“, sagt Jürgen Adolf. Zum einen wollte die Hospizgruppe auf sich aufmerksam machen, zum anderen hatten Besucher die Möglichkeit, unbefangen Fragen zu stellen.

Alle Altersgruppen haben sich laut Jürgen Adolf am Angebot beteiligt, eine Karte auszufüllen. Viele hätten geschrieben, dass sie nichts mitnehmen würden. Teilweise hätten sich aber auch Begriffe wiedergefunden, die in ausgestellten Musterkoffern zu sehen waren. „Es kamen aber auch Stimmen auf, wie schöne Erinnerungen, eine Taschenlampe, die Liebe Gottes, gute und liebevolle Gedanken sowie Dankbarkeit oder das vergangene Leben mitzunehmen“, erinnert sich der Vorsitzende. Interesse für die Aktion der Gruppen hatten auch Kinder und Jugendliche gezeigt. Mancher wolle seine Liebsten mitnehmen, ein kleiner Junge seinen „besten Anzug“, ein achtjähriges Mädchen „die Kette, die ich von meiner Oma bekommen habe, welche sie zur Hochzeit trug“.

Obwohl viele länger überlegen mussten, zeigte sich, dass das Thema der Aktion einen Nerv getroffen hatte. „Auch heute noch ist das Thema ‚Sterben und Trauer‘ ein Tabuthema. Kaum einer ist auf die letzte Stunde wirklich vorbereitet, und die wenigsten denken über ihre eigene letzte Reise nach“, sagt Adolf. Das Angebot der heimischen Hospizgruppe sei dementsprechend umfangreich“, unterstreicht Jürgen Adolf, Vorsitzender der Hospizgruppe Langenberg. Außer Beratungen zur Patientenverfügung und Begleitungen in der letzten Lebensphase bieten die Ehrenamtlichen auch Trauergespräche für Hinterbliebene an. Die ausgefüllten Karten sollen laut Jürgen Adolf nicht in Vergessenheit geraten. Sie sollen bei einer internen Klausurtagung ausgewertet werden.

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