Mit dem Rollator sicher unterwegs
Bild: Paweltzik
Langsam, aber gekonnt meistert Gisela Günther (r.) mit ihrem Rollator in Begleitung von Margret Ellebracht vom Sozialen Dienst den huckeligen Parcours, der im Langenberger Pflegeheim St. Antonius für ein Fahrtraining aufgebaut war.
Bild: Paweltzik

Eigentlich soll das Fahrtraining vor dem Pflegeheim an der Wadersloher Straße stattfinden. Allerdings macht der aufkommende Regen diesem Plan einen dicken Strich durch die Rechnung. Nicht schlimm, man verlegt es einfach in die Cafeteria der Einrichtung. Dort bauen Tilman Grüninger und sein Kollege Daniel Kaufmann vom Sanitätshaus Mitschke bereits einen etwa fünf Meter langen Parcours auf. „Damit wollen wir eine unebene Strecke simulieren, wie sie auch draußen vorgefunden wird“, erläutert Orthopädiemechanikermeister Grüninger. Die beiden Experten haben allerdings nicht nur die Teststrecke im Gepäck. Auch ein paar neue Modelle an Rollatoren stellen sie den 20 anwesenden Senioren vor. Großes Staunen kommt unter ihnen auf, als ein Vehikel aus Carbon präsentiert wird. Das Material, das auch in der Formel 1 verbaut wird, zeichne sich vor allem durch seine enorme Leichtigkeit aus, erklärt Grüninger. „Jedoch“, fügt er hinzu, „bedeutet leicht nicht immer, dass es unbedingt das beste Material ist.“

Vorsicht bei Gullydeckeln

Die Orthopädiemechaniker demonstrieren sogleich auch, worauf man bei dem Hightech-Gerät im alltäglichen Gebrauch achten sollte. „Mit den schmalen Reifen kann der Rollator unter anderem in einem Gully stecken bleiben“, sagt Daniel Kaufmann und zeigt direkt auf den im Testparcours eingelassenen Abfluss. „Die Welt ist nicht für Rollatoren geeignet“, behauptet Grüninger. Viele Hindernisse wie Treppen, Rampen oder Bordsteinkanten stellen sich den Senioren täglich in den Weg. Wie sie diese mit ihrem Gehwagen sicher und gekonnt überwinden können, zeigen die Experten auf der transportablen Teststrecke. Anfangs noch unsicher, trauen sich vor allem die älteren Frauen nach und nach auf den Parcours. Inge Aulbur lässt sich von Tilman Grüninger veranschaulichen, wie man eine Kante am besten hoch kommt. „Immer mit der Bremse arbeiten“, gibt er der 73-jährigen Langenbergerin einen Tipp. Derweil probiert sich Gisela Günther an der Kopfsteinpflasterpassage. Mit den Tricks und Kniffen, die es zuvor von den Experten gab, meistert sie die Strecke mit Bravour. „Es ist toll, dass es die Rollatoren gibt“, sagt Margret Ellebracht vom Sozialen Dienst, während sie die 80-Jährige begleitet.

Korb ist sinnvoll

Der teuerste Rollator muss nicht gleich immer der beste sein. „Man muss schauen, was man für ein Umfeld bei sich vor der Haustür vorfindet“, erklärt Tilman Grüninger den Senioren im Pflegeheim St. Antonius. Auch ein Standardmodell erfülle aber in jeder Hinsicht seinen Zweck, betont er. Worauf es bei einem guten Gehwagen ankommt, fasst der Orthopädiemechanikermeister ebenso zusammen: „Er sollte klappbar, und variabel in der Höhenverstellung sein, einen Stockhalter sowie einen Korb haben.“ Für zusätzlichen Komfort können einzelne Teile sorgen, wie beispielsweise eine Halterung für Regenschirme oder ein Rückengurt. Um abends im Dunkeln besser gesehen zu werden, gibt es unter anderem Steckleuchten. „Und wenn man sich mal auf der Überholspur befindet, gibt es Klingeln, mit denen man auf sich aufmerksam machen kann“, sagt Daniel Kaufmann. Diese Extras würden allerdings nicht von der Krankenkasse bezahlt werden, berichtet Experte Grüninger. „Dafür sind aber alle Reparaturen, die innerhalb von fünf Jahren anfallen, in der bezahlten Pauschale mit drin.“

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