Mit viel Routine zum Traumberuf
Bild: Nienaber
Technisches Verständins und PC-Wissen sind in der Ausbildung zum Landwirt gefragt.
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Diese ist wieder so eine Woche, in der Landwirt Rainer Döinghaus 60 und mehr Stunden bei der Arbeit ist. Die Maisernte steht auf der Agenda. Allein käme er auf dem Pachtbetrieb in Benteler wohl nur mühevoll zurecht. Viel Arbeit machen außer dem Ackerbau auch 200 Sauen samt Ferkel, die Döinghaus auf dem Hof hält. Und diese wollen gefüttert und gepflegt werden. Mit seinen beiden Auszubildenden schafft er den Berg an Arbeit aber dann doch ganz gut.

Zwei Stunden Büroarbeit pro Tag

Wobei die Arbeit eine ganz andere sei, als es sich die Leute vorstellten, sagt der 40-Jährige. „Viele meinen, Landwirte sind nur am arbeiten, wenn sie auf dem Trecker sitzen oder mit der Mistforke hantieren. Aber das ist natürlich kein realistisches Bild dieses Berufs“, erläutert der Landwirt aus Benteler. Nur rund 20 Prozent verbrächten er und seine Azubis auf den Feldern, der Rest sei innerbetriebliche Tätigkeit. Dazu gehöre ein kaufmännischer Teil – zwei Stunden pro Tag –, Anlagensteuerung und Kontrollen, aber auch „sehr, sehr viele Routinearbeiten“, sagt Rainer Döinghaus.

Vielfältiger Beruf, abwechslungsreiche Ausbildung

Die Vielseitigkeit mache den Beruf des Landwirts für ihn zu einem „echten Traumjob“. „Ein Traumjob, der zwar nicht unbedingt reich macht, aber Tag für Tag etwas Neues und Aufregendes mit sich bringt“, sagt der Benteleraner, der den Pachtbetrieb an der Bergstraße vor einigen Jahren von seinem Vater übernommen hat. Die Vielseitigkeit des Berufs ist es aber auch, die die Ausbildung so interessant macht.

Probearbeiten ist Pflicht

Das war auch für Moritz Beckmann aus Mastholte der ausschlaggebende Punkt, sich um eine der zwei Ausbildungsstellen auf dem Hof Döinghaus zu bewerben. Der 16-Jährige wollte eigentlich erst Feinwerkmechaniker werden. Nach einem Besuch bei der Berufsberatung und einem Probearbeiten bei Rainer Döinghaus kippte sein Entschluss – und fortan wollte er Landwirt werden. Seitdem fährt er jeden Werktag mit dem Quad oder mit dem Roller zur Arbeit nach Benteler.

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