Müllsammler im Elektro-Rollstuhl
Bilder: Wieneke
Täglich mit dem Elektro-Rollstuhl unterwegs zum Müllsammeln: der 70-jährige Langenberger Hellmut Lembeck und seine Partnerin Marion Sunderhoff mit Hund Bella. 
Bilder: Wieneke

Täglich unternimmt der 70-Jährige Rollstuhlfahrer mit Partnerin Marion Sunderhoff und Hund Bella bei Wind und Wetter einen Spaziergang am Vormittag. Ihr Liebingsweg führt in Langenberg über die alte Wiedenbrücker Straße bis zur ehemaligen Brauerei Dittmann und dann über den Mühlenweg, den Wanderweg „Zum Eiskeller“, den Friedhofsweg und die Hauptstraße zurück zu ihrer Wohnung an der ehemaligen Bundesstraße 55.

Ein unerfreuliches Ereignis bleibt dem Paar unvergessen: Vor etwa fünf Jahren schnitt sich Vierbeiner Bella an den Scherben einer achtlos am Straßenrand weggeworfenen Flasche eine Pfote auf. Das war der Anlass für Hellmut Lembeck aktiv zu werden: Seit dem Tag sammelt er allen Unrat entlang seiner täglichen „Wanderstrecke“ auf und trägt für eine fachgerechte Entsorgung des Mülls mit Hilfe der Gemeinde Langenberg Sorge.

Lembeck führt an seinem elektrisch betriebenen Rollstuhl eine lange Greifzange und einen Eimer mit sich. Insbesondere entlang der alten Wiedenbrücker Straße, der früheren Bundesstraße 55, mit der seit Jahren stillgelegten Bahnstrecke Wiedenbrück-Lippstadt sammelt er Tag für Tag, bei Sonne und Regen den Müll auf – sofern er ihn mit seinem Rollstuhl erreichen kann. Partnerin Marion steht ihm dabei immer wieder hilfreich zur Seite.

Flaschen sammelt er in einem am Rollstuhl angebrachten Korb. Der andere Müll wird zunächst im Eimer gesammelt und dann in einer von der Gemeinde Langenberg kostenlos zur Verfügung gestellten Abfalltonne geworfen. Weit verstreut liegen auf der Straße, an den Straßenrändern und auf dem von Sträuchern und Bäumen überwucherten Gleisbett Flaschen jeder Größe herum, Kaffeebecher, Zigarettenschachteln, Dosen, Tüten und Imbissverpackungen, Taschentücher, Plastikverpackungen und sogar Wäsche.

Völlig unverständlich ist es für Hellmut Lembeck, dass immer wieder frische Schulbrote – noch nicht einmal ausgepackt – am Straßenrand und auf den Gleisen liegen. „Die werden von Bella entdeckt“, sagte das Paar. Doch die Brote ziehen auch Füchse, Vögel und anderes Getier an.

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