Nach der Messe ins Wirtshaus
Bild: Archiv Heckemeier
Die erste Kapelle in Beneteler (l.) in einer historischen Aufnahme.
Bild: Archiv Heckemeier

Der Bau der geraden Verbindungsstraße von Lippstadt nach Wiedenbrück im Jahr 1820, der heutigen Bundesstraße 55, nahm der alten historischen Landstraße ihre Bedeutung. Der Gastwirt Askemper ließ daher im Jahr 1821 an der neuen Durchgangsstraße ein Gasthaus errichten, das heute von der Familie Schrage bewirtschaftet wird. Es war das erste Gebäude im heutigen Ortskern Benteler.

Das Land rund herum gehörte der Allgemeinheit. Es hieß Vornholzbruch, diente den umliegenden Bauern als Viehweide und zum Holzeinschlag. 1844 wurde es unter dem dazu berechtigten Personenkreis aufgeteilt.

Im selben Jahr strebten die Bewohner der Bauernschaft Benteler den Bau eines eigenen Gotteshauses an. In Briefen an den Wadersloher Pastor äußerten sie den Wunsch nach einer Kirche vor Ort. Darin hieß es unter anderem: „Wir müssen Nahrung nehmen auf fremder Weide und Pflege bei fremden Hirten suchen. Wir sehen uns veranlasst, uns selbst zu unseren Oberhirten aufzumachen, um diese unsere mißliche Lage zu schildern oder aber im schlimmsten Falle uns von allem loszusagen.“

Nach einem langwierigen Verhandlungsprozess kam es schließlich in der Zeit von 1856 bis 1859 zur Errichtung einer Kapelle auf einem vom Bauern Schulze-Vornholz geschenktem Grundstück. Ein Gotteshaus mit einem kleinen Türmchen und ganz massiv gebaut, in einem Gesamtwert von 10.000 Talern. Es wurde zu Ehren des Heiligen Antonius geweiht.

Die Franziskaner aus Wiedenbrück übernahmen die seelsorgerische Betreuung in Benteler, die aus einer Frühmesse, Hochamt mit Predigt und Andacht an jedem Sonntag bestand. Der damalige Bischof hegte aber Bedenken. Nach der Frühmesse, bemängelte der Gottesmann, begäben sich die Menschen ins Wirtshaus, tränken Schnaps und spielten Karten: „Auf diese Weise schade die Kapelle mehr, als sie Nutzen bringe.“

Mehr ist darüber zu lesen in der „Glocke“ am Samstag, 13. August.

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