Nepomuk wacht seit 80 Jahren an Brücke
Bild: Wieneke
Zu Füßen des Schutzheiligen blüht es: Seit Jahren pflegt und wartet Hans Schröder für den Heimatverein Langenberg die Anlage mit dem Standbild des heiligen Johannes Nepomuk an der Forthbachbrücke an der Mühlenstraße. Die in Eichenholz geschnitzte Figur wurde vor mehr als 230 Jahren vom Langenberger Schäfer A. Korfmacher geschaffen.  
Bild: Wieneke

Diese Figur des Schutzheiligen der Brücken und Wasserläufe hat der Landwirt und Schäfer A. Korfmacher, vom gleichnamigen Kotten in der Bauerschaft Allerbeck stammend, geschnitzt. Von Korfmacher stammen zahlreiche Wegekreuze und Heiligenbilder, von denen die meisten ihrem Alter oder dem Zeitgeist vor dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen sind. Dem aus hartem Eichenholz geschnitzten Standbild des heiligen Johannes Nepomuk - es zeigt ihn im Gewand des Hohen Geistlichen und mit einem Kreuz in der einen und einer Märtyrerpalme in der anderen Hand - konnten die Jahre dagegen nichts anhaben. Zunächst hatte es seinen Platz am Landgraben in der Nähe der Rietberger Grenze. Später musste Nepomuk diesen Platz räumen und fristete lange Zeit in einem versteckten Winkel ein vorborgenes Dasein.

Zurück ans Tageslicht

Ans Tageslicht zurückgeholt wurde die Figur von der Langenberger Kolpingsfamilie, die im Frühjahr 1934 eine Ausstellung unter dem Motto „Altes und neues Volksgut“ im Dorf veranstaltete. Ein auswärtiger Kunstkenner sah das Korfmacher-Standbild und wollte spontan dieses einmalige Stück religiöser heimatlicher Bauernkunst für viel Geld erwerben. Doch das ließ der Langenberger Bürger und Besitzer der ehemaligen zweiten Brauerei in der Gemeinde, Georg Dittmann, nicht zu. Er kaufte es und rettete es so für Langenberg. Am 14. August 1934 – also nahezu auf den Tag genau vor 80 Jahren – wurde das Kunstwerk auf einen neuen Sockel aus Grünsandstein gesetzt und am Abend durch Pfarrer Niggetiet kirchlich geweiht. Der Sockel wurde in der heimischen Künstlerwerkstatt Anton Pagenkemper gefertigt. Die Vorderseite zeigt das vierteilige alte Wappen der Gemeinde Langenberg. Die beiden oberen Felder enthalten die Symbole der Kirchenpatrone – den Rost des heiligen Diakons Laurentius und einen Becher mit zwei Pfeilen des heiligen Bischofs Lambertus. Die beiden unteren Felder stellen das Reckenberger Rad als Zeichen der engeren Heimat und das Sachsenross als das des niedersächsischen Stamms dar. Auf der Rückseite ist zur Erinnerung an den Bewahrer des geschichtsträchtigen Schmuckstücks und aus Dankbarkeit folgender Text in Stein gehauen: „Dieses Standbild, das Werk alter heimatlicher Bauernkunst, erwarb auf der Ausstellung ‚Altes und neues Volksgut‘ und widmete der Gemeinde Langenberg am 4. August 1934 die Familie Georg Dittmann.“

Von Blumen umrahmt

Seinen neuen Standort fand der heilige Johannes Nepomuk an der nördlichen Seite des Fortbachs in einer überlassenen Ecke der „Sudeikschen Wiese“ (der heutige Hof Hei-mann). Nach dem Brückenneubau und dem Anlegen eines Geh- und Radwegs verlegte die politische Gemeinde Langenberg den Standort schräg gegenüber auf die südliche Uferseite. Es wurde ein Fundament gegossen, das einen sicheren Stand direkt am Bach gewährleistet. Umrahmt ist das Standbild von einer kleinen mit Blumen und Sträuchern gestalteten Anlage. Diese wird ehrenamtlich von Anwohnern der Mühlenstraße gepflegt. In den letzten Jahren hat diese Aufgabe Hans Schröder für den Heimatverein Langenberg übernommen. Dank seines Engagements und der beiden Langenberger Gärtnereien als Sponsoren wurde diese Anlage in den ver´gangenen Wochen neu gestaltet. Für die Renovierung des Eisengitters zur Sicherung der wertvollen Eichenfigur des heiligen Johannes Nepomuk sorgte Hans-Hermann Stüer in seiner Maschinenbaufirma. Zum weiteren Schutz setzte er eine bruchsichere Scheibe ein. Nach einvernehmlichen Gesprächen von politischer Gemeinde, katholischer Kirchengemeinde und Heimatverein Langenberg ist die Kirchengemeinde St. Lambertus jetzt Besitzer des Standbilds.

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