Pastorenwohnung künftig in Wiedenbrück
Bild: Werneke
Setzen auf Teamarbeit: Pfarrdechant Reinhard Edeler, Kirchenvorstandsmitglied Michael Langewender, Pastor Olaf Loer, Diakon Karl-Heinz Klaus, Gemeindereferentin Elisabeth Lengenfeld, Kirchenvorstandsmitglied Bernhard Forthaus, Gemeindereferentin Claudia Becker, Gemeindereferentin Kathrin Speckheuer und Gemeindeassistentin Jennifer Becker. Das Bild zeigt sie vor dem Pfarrhaus im Schatten der Langenberger St.-Lambertus-Kirche (v. l.). 
Bild: Werneke

Darüber informierte Pfarrdechant Reinhard Edeler, der den Pastoralverbund leitet, während eines Pressegesprächs. „Am Kirchplatz 4 wird ein neues Verwaltungsgebäude entstehen“, führte er aus. Dies ist derzeit die Adresse des Dekanats Rietberg-Wiedenbrück. Edeler rechnet mit dem Baubeginn im Frühjahr 2018. In allen Gemeinden werde es Kontaktbüros geben.

Der Pfarrdechant räumte ein, dass der Wandel eine „epochale Veränderung“ in Langenberg bedeute, und die Entscheidung allen schwer falle. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung Langenbergs als liturgischem Ort. Auch wenn dort kein Priester mehr wohne, würde nichts unmöglich, was vorher möglich gewesen sei. Die Gottesdienste etwa würden wie gewohnt dort stattfinden. In dieser Phase des Wagens und Ausprobierens sei es wichtig, „dass Kapazitäten frei werden für pastorale Aufgaben“. Wenngleich bis zur Umsetzung noch einige Zeit verstreiche, sei es ihm wichtig, „vorbereitend zu agieren, statt zu reagieren“. Die jetzt bevorzugte zentrale Lösung sei das Ergebnis eines „sehr offenen Entscheidungsprozesses“. Mehrere Monate hätten sich Pfarrgemeinderäte, Kirchenvorstände und das Pastoralteam mit dem Thema auseinandergesetzt, berichtete Edeler. Eine Vorgabe des Erzbistums, die es bei den grundsätzlichen Überlegungen bezüglich des Wohn- und Immobilienkonzepts zu berücksichtigen galt, sei die, dass das zentrale Verwaltungsbüro des Pastoralverbundsleiters in St. Aegidius Wiedenbrück zu sein hat. Als Alternative war auch eine duale Lösung im Gespräch gewesen: Demnach hätte ein Pastor weiterhin in Langenberg gewohnt, und auch das Gemeindereferentenbüro wäre dort geblieben („Die Glocke“ berichtete).

Zwei Priester, zwei Gemeindereferentenstellen, eine Pastoralverbundsekretärin und die halbe Stelle der Franziskaner – so wird in acht Jahren der Personalschlüssel für die Katholiken in St. Lambertus Langenberg, in den Wiedenbrücker Gemeinden St. Aegidius und St. Pius sowie St. Vitus in St. Vit und Herz-Jesu in Batenhorst aussehen.

„Keine Einheitssuppe ausgießen“

„Wir werden definitiv weniger“, sagte Gemeindereferentin Claudia Becker, mit Arbeitsschwerpunkt in Langenberg und St. Vit, und betonte: „Es ist wichtig, sich gut abzusprechen.“ Das sei nicht so leicht, wenn die Büros der Mitarbeiter auseinander lägen. Die Idee sei es deshalb, von einer „zentralen Verwaltung aus dezentral in die Gemeinden auszuschwärmen“. Sie bekräftigte: „Langenberg bleibt bei uns ein Schwerpunkt.“ Dem Seelsorgeteam sei es wichtig, die Besonderheiten der Dörfer zu erhalten, zu fördern und zu unterstützen. „Wir wollen keine Einheitssuppe ausgießen.“ „Wir wollen Langenberg nicht aus dem Blick verlieren“, unterstrich Pastor Olaf Loer, der seit 2010 in Langenberg wohnt, und dessen Tätigkeitsschwerpunkt in St. Lambertus und St. Vitus liegt. Auch er erachtet kurze Wege, die die Kommunikation erleichtern und zum Miteinander der Hauptamtlichen beitragen, als Vorteile einer zentralen Organisation.

 „Wir wollen in den Menschen investieren“, erklärte er, dass die Immobilie weniger von Bedeutung sei. Was aus dem Pfarrhaus in Langenberg wird, ist laut Pfarrdechant Edeler noch offen. Vielleicht könnte dort ein Kontaktbüro eingerichtet werden, oder es wird vermietet, nannte er möglich Beispiele. Daran werde noch gearbeitet, sagte Kirchenvorstandsmitglied Bernhard Forthaus, der die Meinung vertrat: „Die Immobilien wie sie jetzt sind, sind ein Luxus, den wir uns nicht mehr leisten können.“ Wenngleich Pastor Loer im Langenberger Pfarrhaus wohnt, sieht er sein Aufgabenfeld nicht mehr als das eines Dorfpfarrers im klassischen Sinn. „So wie ein alter Pfarrer tauche ich hier schon nicht mehr auf“, machte er deutlich, dass er als Mitglied im Pastoralverbund tätig ist. Und auch Pfarrdechant Edeler erläuterte, dass trotz bestimmter Schwerpunkte in diesem Team die Mitarbeiter eher projektbezogen agieren. Dennoch nimmt er an, dass es für manchen ein Verlust sein wird, wenn kein Geistlicher mehr in Langenberg wohnt: „Gerade ältere Personen werden das vermissen.“ Dem Pastor einfach mal auf der Straße begegnen und bei der Gelegenheit etwas ansprechen – darüber, wie auch weiterhin spontan Kontakt aufgenommen werden kann, würde man sich bereits Gedanken machen, informierte Pastor Loer.

Platz für Ehrenamtliche

Das Lambertushaus und die Kirche bleiben als zentrale Orte für die Gemeinde bestehen. Und die ist laut Pastor Loer lebendig. „Alle, die gläubig sind, gestalten Kirche mit“, informierte er und nannte sogleich einige Beispiele solchen Engagements wie Kirchenchöre, Familiengottesdienstkreise, Flüchtlingsarbeit, Caritas, Messdiener und Jugendarbeit. „Der Reichtum und die Stärke der Pfarrei ist, dass schon viel ehrenamtlich passiert“, erläuterte er. Viele hätten sich laut Diakon Karl-Heinz Klaus etwa in der Firmvorbereitung engagiert. Die Bedeutung der Ehrenamtlichen rückte auch Pfarrdechant Reinhard Edeler mit Blick auf die Umstrukturierung in den Fokus. Ihnen werde mehr Platz geboten, ihre Talente einzubringen. „Es sind durchaus neue Aufgabenfelder möglich“, stellte er in Aussicht. Räumlich könnte dies womöglich seinen Niederschlag darin finden, dass nicht nur die pastoralen Mitarbeiter ihre Büros am Kirchplatz 4 in Wiedenbrück erhielten, sondern für die Laien ein Besprechungszimmer zur Verfügung gestellt würde.

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