Politik wünscht sich mehr Informationen
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Über den aktuellen Stand in Sachen Flüchtlingsangelegenheiten informierte die Verwaltung in der jüngsten Sitzung des Jugend- und Familienausschusses. Demnach leben derzeit 151 registrierte Flüchtlinge in Langenberg.
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Im Rathaus wertet man das Gebaren vor allem als Zeichen, dass alles rund läuft bei der Gruppe, die den Geflüchteten aus aller Welt in der Gemeinde zur Seite steht.

Mehr als ein Jahr ist es mittlerweile schon her, dass die Flüchtlingshilfe in Persona Heimeier dem Gremium berichtete, welche Neuigkeiten es in der Arbeit mit den Flüchtlingen in der Gemeinde gibt. Im November 2017 wies der Sprecher der Gruppe der Ehrenamtler zuletzt auf Probleme bei der Suche nach beruflichen Perspektiven und Patenschaften hin. Kritik äußerte Heimeier seinerzeit auch, und zwar an der Politik. Er wünsche sich mehr Aktivität und Interesse seitens der Bürgervertreter, unterstrich er in aller Deutlichkeit. Seitdem ist es still geworden, wenn in den Ausschusssitzungen der Tagesordnungspunkt „Bericht der Flüchtlingshilfe“ aufgerufen wird.

Keine Rückmeldung erhalten

„Gibt es tatsächlich nichts Neues, oder hat das Fernbleiben einen Grund?“, wollte Ratsfrau Andrea Wachter, Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG), von der Verwaltung wissen. Eine konkrete Antwort darauf habe man nicht, unterstrich Fachbereichsleiter Peter Schaumburg. Die Flüchtlingshilfe werde nach wie vor zu den Sitzungen eingeladen. Rückmeldung erhalte man von ihr jedoch nicht. Vermutlich gebe es nichts oder nur wenig Berichtenswertes, das nicht schon im Rahmen regelmäßiger Runder Tische besprochen worden sei, an denen Ulrich Heimeier teilgenommen habe, äußerte sich Bürgermeisterin Susanne Mittag in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Gleichwohl könne sie es nachvollziehen, dass die Politik weiter auf dem Laufenden gehalten werden wolle.

Man werde mit dem Sprecher der Flüchtlingshilfe Kontakt aufnehmen, ob in den nächsten Sitzungen wieder mit einer Berichterstattung zu rechnen sei. Andernfalls werde man sich darum bemühen, eine Vertretungsregelung zu finden, um Neuigkeiten aus der Gruppe heraus zu erfahren, erläuterte Peter Schaumburg. Bis zur nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses solle das Verhältnis geklärt sein, sagte der Fachbereichsleiter.

51 Asylanträge abgelehnt

Über den aktuellen Stand in Sachen Flüchtlingsangelegenheiten informierte Fachbereichsleiter Peter Schaumburg in der Sitzung des Jugend- und Familienausschusses. Demnach leben derzeit 151 Flüchtlinge in Langenberg. 94 von ihnen haben bereits eine Anerkennung erhalten. Dabei handelt es sich laut Auskunft der Gemeinde um Syrer, Iraker und zum Teil Afghanen. Sechs Bewerber warten noch auf eine Entscheidung über ihren Asylantrag. 51 Flüchtlinge aus Afghanistan, Kirgisistan, Guinea, Nigeria und Libanon haben bereits eine Ablehnung erhalten, haben aber Rechtsmittel dagegen eingelegt. 106 Personen wohnen noch in den gemeindlichen Flüchtlingsunterkünften. 45 Personen sind bisher in eigene Wohnungen vermittelt worden. Noch rund 60 freie Plätze stehen in den gemeindlichen Unterkünften zur Verfügung. Nicht mehr als solche genutzt werden darf ab 2020 vermutlich eine Immobilie im Gewerbegebiet Grüner Weg. Ihr Dasein als Flüchtlingsunterkunft war von vornherein zeitlich begrenzt. Die dort wohnenden Personen sollen auf die übrigen Häuser verteilt werden.

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