Quartettverein lässt Herbst hochleben
Bild: Daub
Bodenständiges Liedgut und Hochklassisches hat der Quartettverein Selhorst bei seinem Herbstfest mit Konzert auf dem Hof der Familien Heinz und Jan Figge zum Besten gegeben. Das Anwesen liegt idyllisch in der Selhorster Schweiz – dort, wo die Wurzeln der Langenberger Sängerfamilie liegen.  
Bild: Daub

Andächtig lauschten im gut gefüllten Zelt die Selhorster „ihrem“ Chor, der unter dem frischen Dirigat von Hans Balsfrenser das dörfliche Herbstfest mit einem bodenständigen Café-Konzert bereichert hat. „Man will hier singen und glücklich sein!“ So skizzierte Hans Balsfrenser das spätsommerliche oder auch frühherbstliche Vergnügen. Der Hof der Familien Heinz und Jan Figge liegt idyllisch. Viele Anwohner der Siedlung pilgerten zu Fuß zum Ort des Fests, nahmen mit „Kind und Kegel“ an den mit Hopfenranken geschmückten Tischen Platz - und entpuppten sich als einmütig singende Gemeinschaft, die Johann Friedrich Reichardts beliebtes Volkslied „Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder“ intonierte.

Bodenständiges Liedgut

Viermal verschmolzen die Stimmen von Sängern und Gästen, denn wer kann schon sitzend schweigen, wenn „Am Brunnen vor dem Tore“ und „Die Gedanken sind frei“ angeboten werden? Vor allem jedoch, so schien es, fühlten sich die Selhorster moralistisch wie vokalistisch eingebunden, als das romantische Volkslied von Zuccalmaglio angestimmt wurde, das sich seit 1840 einer ununterbrochenen Popularität erfreut und so beginnt: „Kein schöner Land in dieser Zeit!“ Klar, dass damit in erster Linie die Bauerschaft gemeint war. Bodenständiges Liedgut, sprach der Dirigent im Sinne seiner 22 Akteure, komme immer gut an; deshalb habe man diesmal auf Gospel, Musical und Co. bewusst verzichtet und vieles neu geprobt, besonders den hochklassischen Teil.

Bassfundament und hohe Stimmen

So enthielt das Programm nicht nur gleich vier Lieder von Friedrich Silcher, jener Komponist, dessen Stücke zum Grundrepertoire vieler Gesangvereine gehören, so auch in Selhorst. Sonderlich im letzten Programmteil des Café-Konzerts wurde verdeutlicht, dass man(n) noch mehr „drauf“ hat. In Mendelssohn-Bartholdys Werk „Der Jäger Abschied“ wurden Bassfundament und hohe Stimmen ästhetisch zusammengefügt – diese Gesangskunst hatte einigen Probenschweiß gekostet. Mit Franz Schuberts Chorpartitur „Die Nacht“ setzte der Quartettverein Selhorst 1932 einen imposanten und lyrisch ausdrucksstark gelungenen Schlussmoment.

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