Rat macht Weg frei für E-Center
Bild: Nienaber
Unter einem Dach möchte die Lüning-Gruppe die derzeit noch an verschiedenen Standorten getrennt angebotenen Sortimente des Nahversorgers und des Non-Food-Ablegers SB-Markt bündeln. Der Markt soll über 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen.
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Eine zuletzt kritisch diskutierte Detailfrage wurde ebenfalls beantwortet. Die Erweiterung des bestehenden Elli-Markts an der Hauptstraße, der nach Zusammenlegung der derzeit noch an verschiedenen Standorten getrennt angebotenen Sortimente des Nahversorgers und des Non-Food-Ablegers SB-Markt insgesamt über 2500 Quadratmeter Verkaufsfläche verfügen soll, war von der Politik von Beginn an begrüßt worden. Seitens der Anlieger stieß das Projekt auf weniger Gegenliebe.

Alternativen nicht umsetzbar

Im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit wurde entsprechend die kompakte Bebauung und die damit einhergehende Verschattungsproblematik für die angrenzenden Grundstücke kritisiert. Daraufhin planerisch durchgespielte Alternativen bezüglich der Gebäudestellung wurden von Lüning als nicht umsetzbar eingestuft. Auch eine zum Norden hin geringere Hallenhöhe hätte keine nennenswerte Auswirkungen auf die laut Aussage der Verwaltung ohnehin tolerierbaren Beeinträchtigungen gehabt.

Der am Donnerstagabend einstimmig gefällte Aufstellungsbeschluss sieht unter anderem eine Fassadenbegrünung zum Norden hin sowie eine dauerhaft begrünte Dachfläche (500 Quadratmeter) vor. Die Erschließung des Parkplatzes soll über eine mittige Ein- und Ausfahrt erfolgen. Die Breite der Zuwegung wird auf das minimal notwendige Maß reduziert, um ein paralleles Aufstellen der Links- und Rechtsabbieger zu verhindern.

Moderner Anbau mit Flachdach

Der Anlieferverkehr über den Parkplatz ist laut Abteilung Straßenverkehr des Kreises Gütersloh auszuschließen. Diese erfolgt nur noch über die Mühlenstraße. Die heute noch mögliche Umfahrung des Gebäudes entfällt damit für die Zukunft. Zur Umsetzung des Vorhabens soll ein Teil des alten Gebäudebestands im südlichen Bereich abgerissen werden, um so Fläche für Stellplätze zu schaffen. Nördlich und östlich des bestehenden Marktgebäudes soll dann ein neuer moderner Anbau mit Flachdach und einer Höhe von fünf bis sieben Metern zuzüglich Aufbauten entstehen.

Den bestehenden Grünstreifen entlang der Hauptstraße, dessen zu geringe Ausmaße zuletzt reichlich Stoff für Diskussionen lieferten („Die Glocke“ berichtete), wird die Lüning-Gruppe nun doch auf die in der Ursprungsplanung vorgesehenen zwei Meter Breite ausweiten – wenn auch „zähneknirschend“, wie Bürgermeisterin Susanne Mittag erfahren hat.

SPD: „Diskussion um Grünstreifen überzogen“

Ein entsprechender Beschlusszusatz wurde in der Sitzung des Rats formuliert. Der ist allerdings als Kompromiss zu verstehen. Im Bebauungsplan findet sich die Bemaßung nämlich nicht wieder. Ratsherr Edgar Klose (Bündnis 90/Die Grünen) hatte zuvor noch einmal seine Bedenken in dieser Angelegenheit geäußert. Würde die Gemeinde nicht auf die Einhaltung der ursprünglichen Pläne pochen, käme dies einer Bevorzugung Lünings gegenüber allen anderen Bauherrn gleich, „die sich an Vorgaben zu halten haben“.

Die Diskussion um den schmalen Grünstreifen bewertet Philipp Micus (SPD) hingegen als „völlig überzogen“. Mit einem breiteren Pflanzstreifen in Langenberg werde man das Klima nicht retten können, betonte der Sozialdemokrat. Für diese Aussage erntete Micus hingegen Kritik von Seiten der UWG. Andrea Wachter missfiel Micus’ „Aussage der Beliebigkeit“ zutiefst.

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